Was'ser schon immer über Wasser wissen wolltet. Wasserbildung im Gepäck startet jetzt!

Der gemeinnützige Verein a tip: tap e.V. (engl. ein Tipp: Leitungswasser) setzt sich seit 10 Jahren für den Konsum von Leitungswasser und gegen Flaschenwasser ein. Ziel unseres Vereins ist es, Menschen für unser Leitungswasser zu begeistern, denn gerade in Deutschland ist es meist nicht notwendig, Flaschenwasser zu kaufen. Die Qualität des Leitungswassers ist in der Regel hervorragend. Zudem wird durch den Umstieg Plastikmüll, CO2, Geld und unnötiger Transport gespart. Nach zwei erfolgreich realisierten Bildungsprojekten startet a tip: tap e.V. nun in die dritte Runde: Die neue bundesweite Fortbildungsreihe „Wasserbildung im Gepäck“ richtet sich vorrangig an Pädagog*innen, Lehrer*innen, Referendar*innen und Umweltengagierte. Ein zugehöriger „Wasserkoffer“ fasst Methoden und Impulse zur Wasserbildung zusammen. Das Ziel der Wasserbildung ist es, die Teilnehmer*innen für das Element zu begeistern. Diverse Methoden sollen das Thema Trinkwasser für sie sichtbarer machen und sie motivieren, sich für den Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen. Seit 2017 wird das Projekt „Leitungswasserfreundliche Schule”, jetzt „Wasserbildung im Gepäck”, vom Umweltbundesamt gefördert und findet seit 2019 in kooperativer Unterstützung durch den ANU Bundesverband statt.

Hintergrund
Unser Trinkwasser ist ein gemeinschaftliches Gut, das uns rund um die Uhr aus der Leitung zur Verfügung steht und besonders schützenswert ist. Es unterliegt in Deutschland sehr häufigen und strengen Kontrollen, die sich an den Regeln und Bestimmungen der Trinkwasserverordnung orientieren. Dennoch hat sich der Konsum von Flaschenwasser in den letzten fünfzig Jahren stark erhöht.
Eine Schule, an der die Schüler*innen mit Leitungswasser statt Flaschenwasser versorgt werden, leistet einen ganz einfachen, aber wichtigen Beitrag zum Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz: Der Verzicht auf Flaschenwasser schont nicht nur viele endliche Ressourcen wie Erdöl, sondern spart auch die CO2-Emissionen ein, die bei der Produktion, Herstellung, Befüllung, Entsorgung und dem Transport von Flaschenwasser entstehen. Doch das ist noch nicht alles: Leitungswassertrinker*innen reduzieren auch Müll und sparen sowohl Geld, als auch viel Zeit. Denn was ist kostengünstiger und einfacher als den Wasserhahn aufzudrehen, das Glas oder die eigene Trinkflasche darunter zu stellen und den Durst zu löschen?
Im Gegensatz zum natürlichen Wasserkreislauf ist der Herstellungsprozess des Flaschenwassers kein geschlossener Kreislauf. Das zeigen nicht zuletzt die Unmengen an Plastik, die wir Menschen achtlos wegwerfen und die über Abwasser und Flüsse letztlich in unseren Meeren landen, wo sie wichtige Ökosysteme zerstören.
In der öffentlichen Debatte rückt das Thema Wasser immer mehr in den Fokus, oft verbunden mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels, die zunehmend sichtbar werden. Hitzewellen und Trockenheit nehmen zu und wir Menschen greifen immer mehr in die Prozesse des natürlichen Wasserkreislaufs ein. Umso wichtiger ist es, dass wir aktiv werden, uns für den Schutz unseres Trinkwassers einsetzen und unseren Umgang mit Wasser anfangen zu hinterfragen, um eine nachhaltige Wasserkultur in unseren Alltag zu integrieren und zu leben.
Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser und das Abwenden einer Wasserkrise stellen eine globale Herausforderung dar. Politisch werden immer mehr Weichen für einen Kurswechsel im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes gestellt:
Die im Jahre 2000 von EU-Parlament und EU-Ministerrat beschlossene Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verbindet Gewässer- und Grundwasserschutz und kann als ein Meilenstein in der europäischen Wasserpolitik angesehen werden.
Zu den grundlegenden Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie gehören die Nitratrichtlinie (Schutz des Grundwassers vor landwirtschaftlichen Nährstoffeinträgen) und die Grundwasserrichtlinie. Die Wasserrahmenrichtlinie ist in Deutschland in den Wassergesetzen von Bund und Ländern sowie durch die Oberflächengewässerverordnung rechtlich umgesetzt. Wesentliches Ziel ist es, bis spätestens 2027 den guten ökologischen und chemischen Zustand der Seen, Flüsse und Küstengewässer zu erreichen und im Grundwasser für einen guten chemischen Zustand“ und einen „guten mengenmäßigen Zustand“ Sorge zu tragen.
Das Pariser Klimaabkommen und die beschlossenen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bringen zum Ausdruck, dass eine Transformation im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sowohl gesellschaftlich, als auch politisch passieren muss. Hinsichtlich Ziel 6 (Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen) ist bereits einiges in Bewegung gekommen: Viele NGOs, Initiativen, Bündnisse und Bürger*innen setzen sich weltweit schon heute sehr aktiv für das Wasser ein.
Wasserbildung an Schulen bringen
Mit unserem Wasserkoffer „Wasserbildung im Gepäck“ wollen wir diese wichtigen Themen in die Schule bringen und uns aktiv an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele beteiligen. Unsere Wasserbildung orientiert sich an den Leitgedanken der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und klärt über die Vorteile von Leitungswasser auf. Sie versetzt die Schüler*innen in die Lage, spielerisch und ganzheitlich die lebens-wichtige Bedeutung des Trinkwassers als Lebensmittel zu erfahren. Dabei ist der partizipatorische Ansatz von besonderer Bedeutung. Denn nur gemeinsam und mit eigener Handlungsbereitschaft und Selbstwirksamkeit ko?nnen wir eine Welt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gestalten und realisieren. Zudem werden die Querbezüge zum Thema Wasser in Zusammenhang mit den anderen SDGs aufgezeigt.
Mit unserer deutschlandweiten Fortbildungsreihe bilden wir Multiplikator*innen aus, damit sie die Wasserbildung in die Schulen tragen. Den Teilnehmenden wird im Rahmen von zwei halbtägigen Fortbildungen, aufgeteilt in Präsenz- und Online-Termin (Blended Learning) die a tip: tap-Wasserbildung vermittelt. Die Fortbildungen starten nach den Sommerferien im September 2021 und die Anmeldung ist bereits möglich:

Präsenz-Termine


Online-Termine

Den Wasserkoffer können Interessierte in den zehn Fortbildungsorten im Anschluss an die Fortbildungen ausleihen. Bis spätestens April 2022 werden einige Bildungsmaterialien auch digital zur Verfügung stehen. Es ist außerdem angedacht, nach der Projektlaufzeit auch weiteren Bildungseinrichtungen die Möglichkeit zu geben, eine Verleihstation für den Wasserkoffer zu werden.
Außerdem können Schulen und andere Bildungseinrichtungen von uns mit einer Plakette als „leitungswasserfreundlich” ausgezeichnet werden. Dazu wünschen wir uns, dass drei Kriterien erfüllt werden: Neben der Verfügbarkeit von Trinkwasser, sei es aus Hähnen, Trinkbrunnen und/oder Wasserspendern, sollte das Thema „Wasser” von einer AG getragen und bearbeitet werden, die Wissen bündelt, regelmäßige Aktionen durchführt, z.B. zum jährlichen Weltwassertag, und die so intern, aber auch extern, Kommunikationsarbeit leistet.
Bei Interesse und/oder Fragen zu den Fortbildungen, zur Auszeichnung oder unserer Bildungsarbeit im Allgemeinen steht das Bildungsteam von a tip: tap unter bildung(at)atiptap.org zur Verfügung.

Kontakt:
Anoosh Werner, Bildungsreferentin und Projektleiterin im Projekt „Wasserbildung im Gepäck” des Vereins a tip: tap e.V.
anoosh(at)atiptap.org
https://atiptap.org