Die ReMida Frankfurt - eine Kreativwerkstatt

ReMida steht für die Idee, dass Materialien, die in Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe abfallen, wunderbare Ressourcen zum Spielen, Bauen, Konstruieren, Forschen und Gestalten sind. Wie kann eine Kreativwerkstatt nach dem Vorbild der ReMida in Reggio Emilia in Italien ein Lernort im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für die Kita sein?

ReMida leitet sich von Midas ab, einem König im alten Griechenland, unter dessen Händen alles zu Gold wurde. Re steht als Kürzel für die Reggio Emilia, wo das pädagogische Konzept in den 1990-er Jahren entwickelt wurde. Mittlerweile hat sich die Idee auch in Dänemark, Schweden, Norwegen, Australien und Deutschland verbreitet, beispielsweise im Frankfurter Mertonviertel. In der ReMida-Kreativwerkstatt werden dort geeignete Materialien, die in Industrie, Gewerbe und Handwerk „abfallen“, gesammelt und ansprechend präsentiert. Das Prinzip der Abfallvermeidung vor Abfalltrennung durch Wiederverwendung, jedoch nicht Wiederverwertung, wird dabei konsequent umgesetzt. Die vermeintlich wertlosen Dinge stehen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Verfügung und laden ein zum Staunen, Entdecken mit allen Sinnen, Forschen, Ausprobieren, Spielen, Konstruieren und Gestalten. Die Beschäftigung mit dem Material erfolgt selbstbestimmt, im eigenen Tempo, ohne jegliche Vorgaben und vor allem mit ausreichend Zeit, dem Ansatz von „Versuch und Irrtum“ Raum zu geben. In Verbindung mit Fantasie und Vorstellungskraft entstehen so kreative Denkansätze, Ideen und Lösungen. Zudem werden vielfältige Prozesse von Kommunikation und Interaktion in der Gruppe gefördert: Ansichten und Pläne müssen ausgetauscht und die Perspektive gewechselt werden. ReMida bedeutet also gestalten lernen.

BNE heißt Zukunft gestalten lernen

Es braucht kreative Menschen, die Antworten und Lösungen auf die komplexen, zukunftsrelevanten Fragen und Herausforderungen finden. Fragen sind: Wie gehen wir mit unserer Erde und ihren natürlichen Ressourcen um? Was können wir tun, damit es für alle Menschen auch in Zukunft ein gutes Leben auf unserer Erde gibt? Es braucht kompetente Menschen, die in der Lage sind, die Perspektive zu wechseln, „querzudenken“ und aktiv neue Wege zu gehen, um gemeinsam mit anderen an der Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft mitzuwirken. Die ReMida als Ort des kreativen Recyclings kann einen wertvollen Beitrag leisten, Menschen Lernprozesse im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu ermöglichen. Kita-Kinder sind von Natur aus neugierig und kreativ. Sie erkunden begeistert ihr Umfeld, je nach Situation und Bedürfnis allein oder gemeinsam mit anderen. Sie entdecken ständig Neues und geben Dingen eine neue Bedeutung. Sie stellen viele Fragen, lernen unterschiedliche Perspektiven kennen, versuchen Antworten zu finden und machen sich so ein Bild von der Welt. Wenn sie die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu vertreten, mitzuentscheiden und zu erleben, dass ihre Entscheidungen umgesetzt werden, dann erfahren Kinder, dass sie etwas bewirken können und dass ihr Handeln Folgen hat – für sie selbst, für die Gruppe und für ihr Umfeld. So eignen sich Kinder die Fähigkeit an, für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen. Auch hier gibt die ReMida spielerischen Raum, diese Kompetenzen, die im Sinne von BNE Gestaltungskompetenzen heißen, zu erwerben und zu stärken. Wenn sie dann noch von begleitenden Erwachsenen einen schützenden und unterstützenden sowie wohlwollenden Rahmen erhalten, können bereits Kita-Kids Zukunft mitgestalten.

Die Kreativwerkstatt wird vom Förderverein KreaRe e.V. betrieben. Sie bietet Besuche für kreatives Gestalten und Workshops an. Termine nach Vereinbarung. Kontakt: ReMida Frankfurt, (im Pavillon vor dem Y2, ) Emil-von-Behring-Str. 8, 60439 Frankfurt, info(at)kreare-frankfurt.de, www.kreare-frankfurt.de

Autorinnen: Katja Bühring-Uhle (E-Mail: katja.buehring-uhle(at)stadt-frankfurt.de) und Kirsten Allendorf (E-Mail: kirsten.allendorf(at)web.de), Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen Kita Rhein-Main“