Soziale Plastik Werkstätten

Wandelnde Gärten, Foto: Günter Klarner

Der sozial-ökologische Wandel ist eine Herausforderung für die Gesellschaft und somit für jede/n einzelne/n von uns. Wenn ich meinen Lebensstil und mein Konsumverhalten zugunsten nachhaltiger Entwicklung ändern möchte oder gemeinschaftlich Gesellschaft und Politik mitgestalten möchte, braucht es vielleicht zuerst einen inneren Wandel in mir. Welches Repertoire transformativer Strategien habe ich bereits, welche kann ich erlernen?

Damit beschäftigten sich zwei Werkstätten zur Sozialen Plastik in Kooperation mit dem UND.Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit e.V. in Berlin und der Kulturwissenschaftlerin Dr. Hildegard Kurt im August und November 2015. Der Ansatz der Sozialen Plastik geht auf Joseph Beuys zurück: Nach ihm ist jeder Mensch fähig und berufen, den notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen Welt mitzugestalten. In der Umweltstation im Kloster Ensdorf in Bayern wurden im Kontext der allerorts entstehenden Gemeinschaftsgärten und des urbanen Gärtnerns „Wandelnde Gärten“ als inneres Atelier erkundet, um sich mit Wandel und Verwandeln innerer Haltungen und Perspektiven auseinanderzusetzen. In der Historisch Ökologischen Bildungsstätte Papenburg in Niedersachsen wurden Haltungen und Einstellungen „Von ganz unten“ reflektiert und mit frischer Erde zum Thema Boden und „Einander Humus sein“ gearbeitet.

Wegweisende Fragen dabei waren: Welches Verständnis von uns selbst als Menschen brauchen wir, um zukunftsfähig zu werden? Was fördert unsere Lebendigkeit? Gibt es Denk- und Handlungsweisen in unserem Alltag, die auszehren oder versiegeln? Wie kommt das Neue in die Welt? Wie entstehen bewusste, lernende Gemeinschaften? Wo beginnt Gestalten?

Zu den Ideen und Methoden transformativer Strategien, die in den Werkstätten ausprobiert wurden, zählten aktives Sehen und aktives Zuhören, das dialogische Prinzip, bildhaftes Denken, das Finden des »inneren Ateliers« und Prozesse wie »Ohne Du kein Ich«. Innerer Wandel ist die Voraussetzung für einen gemeinschaftlichen Kulturwandel, der untrennbar mit der sozial-ökologischen Transformation verbunden ist. Hier ergänzen sich Methoden der Kulturellen Bildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung, um den Stellenwert der kulturellen Dimension, der vierten der Nachhaltigkeit neben Ökologie, Ökonomie und Sozialem zu verdeutlichen.

Lesen Sie mehr zum inneren Wandel und zur Sozialen Plastik in der Dokumentation der Werkstätten.