Herausfordrung Agenda 21 - Neue Leitlinien die Umweltbildung

Im Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten (BANU) haben sich 14 Natur- und Umweltbildungsstätten zusammengeschlossen, die durch eine gemeinsame Strategie mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit für Umweltbildung sowie Natur- und Umweltschutz erreichen wollen. Das hier versammelte Potential ist beachtlich: die BANU-Institutionen veranstalten zusammengenommen jährlich über 2000 Seminare, Tagungen und Workshops. Damit finden an jedem Tag irgendwo in Deutschland rund sechs Veranstaltungen zu den Themenbereichen Ökologie, Naturschutz und Umweltvorsorge statt. Umweltbildung wird dabei als umfassender Begriff verstanden: "Vermittlung von Informationen, Methoden und Werten, um den handelnden und verantwortlichen Menschen zur Auseinandersetzung mit den Folgen seines Tuns in der natürlichen, gebauten und der sozialen Umwelt zu befähigen und zu umweltgerechtem Handeln als Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung zu bewegen".

Sechs Leitlinien

Der BANU, der auch das gemeinsame Bildungsprogramm von ANU, DGU und GbU mitträgt (vgl. ökopädNEWS Nr. 85 vom Juni 1998) hat nun einen Katalog mit sechs ausführlich dargestellten "Leitlinien zur Natur- und Umweltbildung" erarbeitet, der die Umweltpädagogik in den BANU-Einrichtungen auf der Grundlage der Forderungen und Ziele der Agenda 21 weiterentwickeln soll. Diese Leitlinien, die sich durchaus auch auf andere Umweltzentren und Institutionen anwenden lassen, sollen zunächst den Diskussionsprozeß bei MitarbeiterInnen und Kooperationspartnern vorantreiben und dann durch konkrete Ideen und Vorhaben umgesetzt werden. Die Leitlinie "Umweltbildung als lebenslanger Lernprozeß" fordert entsprechende Impulse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu setzen und sie zur Mitwirkung bei allen Bau-, Planungs- und Naturschutz- und Umweltschutzvorhaben zu befähigen. Natur- und Umweltbildung soll politische und gesellschaftliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen begleiten und damit permanenter Bestandteil von Gesetzen, Vereinbarungen und Förderprogrammen sein. Die Leitlinie "Umweltbildung bietet Visionen für eine nachhaltige Entwicklung" stellt klar, daß zur Verwirklichung einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung Beratungs- und Vermittlungskompetenzen nötig sind. Die BANU-Einrichtungen könnten hier aufgrund ihrer Akzeptanz und vorhandenen Erfahrungen als Clearingstelle für Umweltbildung im jeweiligen Bundesland und als Stätten des Dialogs fungieren. Die Leitlinien "Umweltbildung erweitert ihre Inhalte" und "Umweltbildung nutzt neue Methoden und Instrumente" legen die Lerninhalte und Handlungsfelder einer Bildung für Nachhaltigkeit dar und fordern, durch soziales Marketing neue Strategien für Verhaltens- und Einstellungsänderungen bei den Menschen zu entwickeln. Um dies leisten zu können, müssen die MitarbeiterInnen aller Umweltbildungsstätten umfassend qualifiziert werden. Eine breite Vernetzung mit allen gesellschaftlichen Gruppierungen steigert die Effizienz der Arbeit, lautet die Kernaussage der Leitlinie "Umweltbildung sucht Partner".

Vorbildfunktion

Die BANU-Einrichtungen verfügen nicht nur über fachlich fundierte und didaktisch aufbereitete Materialien. Sie besitzen auch eine wichtige Vorbildfunktion, deren Angebote in die Region ausstrahlen. "Umweltbildung bietet vorbildhafte Umweltbildungsstätten" lautet Leitlinie 6 und fordert die konzeptionelle Entwicklung zum professionellen Dienstleistungsunternehmen, das nicht nur gute Öffentlichkeitsarbeit leistet, sondern auch über eine anregende Arbeitsatmosphäre und freundliche und kompetente MitarbeiterInnen verfügt. Last not least möchte der BANU durch seine Leitlinien auch die Diskussion über ein neues Förder- und Finanzierungskonzept zum Ausbau der Umweltbildung anregen, denn Engagement und Motivation stoßen mit den zur Zeit zur Verfügung stehenden Mitteln an Grenzen. Eine Professionalisierung mit neuen Ziele, Inhalten und Aufgaben läßt sich letztendlich nur durch zusätzliche Finanzmittel erreichen.

Bezug der BANU-Leitlinien kostenfrei bei Zusendung eines adressierten und mit 3 Mark frankierten DINA 4 - Rücksendecouverts bei allen BANU-Bildungsstätten oder über die Sächsische Akademie für Natur- und Umwelt, Neustädter Markt 19 (Blockhaus), D-01097 Dresden, Fon ++49(0)/351/8141.6774, Fax .6775, Email: poststelle(at)lanu.smu-sachsen.de