Ehrenamt

Greenteams - ein Umweltbildungskonzept auf dem Prüfstand. Seit zehn Jahren betreiben insgesamt 27.000 engagierte Kinder und Jugendliche in Deutschland aktiven Umweltschutz und machen als Greenteams auf sich aufmerksam. Eine Studie des Instituts für Umweltkommunikation gewährt interessante Einblicke in die Arbeit der Greenteamer und gibt Aufschluss über deren gesellschaftliches Engagement.

Es gibt sie, Kinder und Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit für die Umwelt einsetzen und dabei phantasievoll ihr Anliegen an andere weitergeben. Sie haben alle ein gemeinsames Ziel: sich für die Umwelt stark zu machen und mit Aktionen auf Umweltprobleme und ihre Lösungen hinzuweisen. "Ich will selber dazu beitragen, dass die Umwelt ein bisschen sauberer ist. Man muss sich dafür einsetzen, dass die Umwelt nicht so verpestet wird. Wir sind es den Tieren schuldig, weil wir nehmen ja auch den Lebensraum weg und schlachten die Wälder", so sieht es ein Kind aus dem Greenteam "Geparden".

Das Konzept

Die Umweltorganisation "Greenpeace" hat 1990 als Reaktion auf unzählige Kinderanfragen das Konzept der "Greenteams" entwickelt. Dieses Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren, die sich als Gruppe zusammenfinden und eigenständig Aktionen für die Umwelt planen. Sie suchen sich je nach Bedarf eine erwachsene Begleitperson und werden von Greenpeace mit Materialien, zum Beispiel für Infostände, versorgt. Die Teams arbeiten eigenverantwortlich und selbstständig.

Die Studie

Wie sieht es nach zehn Jahren Greenteam aus? Das Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg hat das Umweltbildungs-Konzept evaluiert. Dazu wurden alle Greenteams in Deutschland befragt, sowohl die gesamte Gruppe als auch jedes einzelne Mitglied dieser Gruppen und eine Auswahl ehemaliger Greenteamer. Weiter wurden acht Gruppenporträts angefertigt, die detailliert die Arbeitsweisen und Aktionen der ausgewählten Gruppen beschreiben. Die Ergebnisse dieser Evaluation bieten einen tiefen Einblick in die Arbeit der Greenteams: Was motiviert die Greenteamer, was hält sie bei der Stange? Was für Aktionen planen sie und mit welchen Themen beschäftigen sie sich? Kurz: Wie arbeiten und organisieren sich die Umweltgruppen?

Einige Ergebnisse

Die Arbeitsweisen der einzelnen Gruppen ist sehr unterschiedlich - "das Greenteam" gibt es nicht. Als Teilergebnis der Studie wurden vier verschiedene Greenteam-Typen mit unterschiedlichen Prioritätensetzungen identifiziert. Es gibt die "politischen Umweltaktivisten", die sehr aktiv und vielfältig arbeiten. Sie befassen sich auch mit politischen Themen und kooperieren mit der Öffentlichkeit und mit den Verantwortlichen des öffentlichen Lebens. Der zweite Gruppentypus, die "informierten Naturliebhaber", beschäftigen sich mit allem, was mit Tieren und Natur zu tun hat. Die "wissenorientierten Umweltschützer" setzen sich mit einem eher enges Themenspektrum auseinander, das sie allerdings sehr gründlich bearbeiten. Die "stillen Naturfreunde" hingegen arbeiten eher im Hintergrund und bleiben am liebsten unter sich.
Neben diesen detaillierten Informationen zeigt die Studie insgesamt, dass das außerschulische Umweltbildungsangebot von Greenpeace für Kinder und Jugendliche eine geeignete Aktionsform darstellt, ihre Interessen und Anliegen in Umweltfragen öffentlich zu machen. Die Ergebnisse sind nicht nur für die Umweltbildung interessant, sondern auch für Vorhaben, die Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche schaffen wollen. Die Studie ist aufschlussreich für alle, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten und mehr über die Beweggründe ihres Engagements wissen wollen. Darüber hinaus gibt sie detaillierte Einblicke in die selbstständige Umweltarbeit der jungen Generation. (Heike Molitor)

Bezug: Die Kurzfassung der Studie (Ergebnisse einer bundesweiten Evaluation des Greenteamkonzeptes, Infu-Diskussionsbeiträge, Heft 14) kann zum Preis von 10 Mark bezogen werden: Institut für Umweltkommunikation, Heike Molitor, _Fon ++49/(0)4131/78 2936, Fax 782819, E-Mail molitor(at)uni-lueneburg.de.

Langfassung: Gerd Michelsen, Lars Degenhardt, Jasmin Godemann und Heike Molitor (2001): Umweltengagement von Kindern und Jugendlichen in der außerschulischen Umweltbildung: Ergebnisse - Bedingungen - Perspektiven. Bundesweite Evaluation des Greenteamkonzepts der Umweltorganisation Greenpeace. Frankfurt am Main u. a.; ISBN 3-631-37402-X