Fortbildungsreihe

„Natürlich Interkulturell – Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund in Naturschutz und Umweltbildung“

5-teilige Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen aus Naturschutz und Umweltbildung im Juni 2021

Die Gesellschaft in Deutschland ist durch eine kulturelle Vielfalt geprägt. Für die Naturbildung ist es Aufgabe und Chance zugleich, dass sich diese Vielfalt sowohl bei Teilnehmenden als auch in den Teams der Anbieter wiederfindet. Im Jahr 2019 hatten 21,2 Millionen Einwohner in Deutschland einen sogenannten Migrationshintergrund – das entspricht einem Anteil von 26 Prozent der Gesamtbevölkerung. Erfahrungen aus der Praxis und verschiedene Studien lassen jedoch darauf schließen, dass nur ein weitaus kleinerer Anteil den Weg zum Engagement im Naturschutz oder in Bildungsangeboten im Freizeitbereich findet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Wie viele andere Institutionen nutzen Naturschutz- und Umweltbildungsakteure – meist unbewusst – noch zu oft Formen der Ansprache und des Arbeitens, die migrantische Gruppen nicht erreichen. Wie aber gelingt es, mögliche Hürden einer Beteiligung zu erkennen und zu überwinden?

Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem ANU-Projekt „Interkulturalität außerschulischer Bildungsorte im Naturschutz“, bietet die Online-Fortbildungsreihe einen praxisbezogenen Einstieg in das Thema. Dabei soll

  • ein Verständnis für die Heterogenität der (vermeintlichen) Zielgruppe der Menschen mit Migrationshintergrund vermittelt,
  • Wege der Ansprache und Zusammenarbeit aufgezeigt und
  • zu einer Sensibilisierung und Reflektion der eigenen Haltung angeregt werden.

Eingeladen sind Multiplikator*innen der außerschulischen Natur- und Umweltbildung, die zum Thema Interkulturalität und Vielfalt bereits aktiv sind oder es werden wollen.

Leitung: Philipp Vögele, Annette Dieckmann, ANU Bundesverband e.V.

Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.

Termine:

  • 08. Juni 2021, Diskriminierungssensible Sprache
  • 15. Juni 2021, Lernen von und mit Migrantenorganisationen
  • 17. Juni 2021, Naturschutz und Religion - Feiertage und Feste als Veranstaltungsidee
  • 23. Juni 2021, Menschen mit Migrationshintergrund - eine Zielgruppe?
  • 30. Juni 2021, Vorurteilsbewusste Haltung - Ausgrenzung erkennen und handeln

Anmeldung: Eine Anmeldung bis drei Tage vor Workshoptermin ist erforderlich. Die Zahl der Teilnahmenden ist begrenzt. Es ist möglich an der gesamten Fortbildungsreihe, aber auch an einzelnen Workshops teilzunehmen.

+++Aktuelles+++

Aufgrund der hohen Nachfrage sind bereits alle Workshoptermine ausgebucht. Wir führen eine Warteliste und informieren Sie, sobald ein Platz frei wird.

Zum Anmeldeformular

Workshop-Programm

Diskriminierungssensible Sprache

08. Juni 2021, 15:00 – 17:00 Uhr

Referent: Julian Dörr – Neue Deutsche Medienmacher

Der Workshop gibt den Teilnehmenden einen ersten Einblick in den Themenkomplex Diskriminierung und Sprache. Durch Inputs und Übungen soll ein Bewusstsein dafür geweckt werden, wie Sprache ungewollt Menschen anderer Kulturen, Milieus oder Fachdisziplinen ausschließt, aber auch, wie diese kritisch hinterfragt werden können. In Gruppenarbeit können die Teilnehmer*innen das erlernte Wissen und eine bewusstere Sprache auf Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag anwenden.

Lernen von und mit Migrantenorganisationen

15.Juni 2021, 15:00 – 17:00 Uhr

Referenten: Dr. Erwaa Bishara, Gülcan Nitsch – Yesil Cember, Martin Ladach – Bergwaldprojekt

Im Rahmen des Workshops erhalten die Teilnehmenden einen ersten Einblick in die vielfältige Welt der Migrant*innenselbstorganisationen und warum diese als Kooperationspartner interessant und wichtig sind. Es geht um Gelingensbedingungen bei der Zusammenarbeit, sowie um Ansprachemöglichkeiten von potenziellen Kooperationspartner*innen. Martin Ladach und Gülcan Nitsch werden aus erster Hand von der gemeinsamen Zusammenarbeit des Bergwaldprojekts und des türkischen Vereins Yesil Cember berichten.

Naturschutz und Religion – Feiertage und Feste als Veranstaltungsidee

17.Juni 2021, 15:00 – 17:00 Uhr

Referentin: Johanna Hessemer – Abrahamisches Forum

Naturschutz und Religion – wie passt das zusammen? Ökologisch nachhaltiges Handeln und der Schutz der Natur sind Themen, die in vielen religiösen Traditionen, Riten und Texten zu finden sind. Knapp 70% der Deutschen fühlen sich einer Religion zugehörig oder geben an Religion in ihrem Alltag zu leben. Der Aufruf die Erde und das Leben auf dieser zu schützen, verbindet die Religionen in einem gemeinsamen Ziel, das über religiöse Traditionen hinausreicht. Angeleitet durch einen Impulsvortrag zu religiösen Festen rund um die Natur, wollen wir in einem zweiten Schritt selbst eigene Veranstaltungsideen erarbeiten.

Menschen mit Migrationshintergrund – eine Zielgruppe?

23. Juni 2021, 15:00 – 16:30 Uhr

Referentin: Yvonne Szukitsch

Die Gesellschaft in Deutschland wird zunehmend heterogener. Um dieser Vielfalt auch bei der Ansprache von Teilnehmenden für Naturbildungsangebote gerecht zu werden, gilt es, sich gezielt mit den unterschiedlichen Bedarfen und Ansprachewegen auseinanderzusetzen. In dieser Kurzfortbildung wird diskutiert, ob - und wenn ja - inwiefern von einer Zielgruppe „Menschen mit Migrationshintergrund“ gesprochen werden kann. Außerdem werden Aspekte von interkulturell sensiblen Ansprachemöglichkeiten von Zielgruppen aufgezeigt.

Vorurteilsbewusste Haltung – Ausgrenzung erkennen und handeln

30. Juni 2021, 15:00 – 18:00 Uhr

Referentinnen: Nicole Broder & Nava Zarabian – Bildungsstätte Anne Frank

Diskriminierung und Rassismus sind Bestandteile unseres Alltags, nicht zuletzt auch in der Arbeitswelt. Auch bei uns Akteuren der Naturbildung lassen sich blinde Flecken in der eigenen Haltung hinsichtlich latenter Diskriminierung finden. Als pädagogisch Tätige ist es notwendig, sich diese bewusst zu machen – auch um auf Diskriminierung zwischen Teilnehmenden reagieren zu können. Doch wo fängt Diskriminierung - auch ungewollte - an und wie kann ich sie erkennen? Und welche Rolle spielen eigene Vorurteile und Stereotype in diesem Zusammenhang? Im Online-Seminar beschäftigen wir uns mit einem theoretischen Input zu Diskriminierung und Rassismus mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen und Mechanismen. Wir arbeiten zur eigenen Haltung und sensibilisieren für die Perspektiven von Betroffenen.

Programmflyer