ökopädNEWS Juni 2026

Non-formale BNE - Erkenntnisse aus zwei Befragungen

Non-formale Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der Bildungslandschaft in Deutschland. Außerschulische Lernorte, Umweltzentren, Vereine und zahlreiche engagierte Akteur*innen schaffen Lernräume, in denen Menschen Nachhaltigkeit konkret erleben, diskutieren und gestalten können. Gleichzeitig stehen viele dieser Einrichtungen und Selbstständigen unter wachsendem Druck: Unsichere Finanzierungsbedingungen, steigende Anforderungen und gesellschaftliche Polarisierung prägen zunehmend die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. In dieser Ausgabe richten wir, basierend auf zwei Umfragen, den Blick auf die aktuelle Situation der non-formalen Nachhaltigkeitsbildung.

Der Beitrag von Sarah Widany stellt zentrale Ergebnisse der bundesweiten Befragung „Lernen für Nachhaltigkeit in non-formalen und informellen Settings“ des Instituts Futur der Freien Universität Berlin vor. Die Befragung von 1.270 Einrichtungen zeigt eine stark durch Vereine geprägte Landschaft mit hoher Themenvielfalt, in der nachhaltigkeitsbezogene Angebote überwiegend ökologische Themen adressieren, und dabei häufig einen starken Lebenswelt- und Alltagsbezug aufweisen. Gleichzeitig verweist die Studie auf strukturelle Herausforderungen wie prekäre Beschäftigungsbedingungen, hohe Anteile von Ehrenamt und Honorarkräften bei gleichzeitig unsicheren finanziellen Perspektiven.
Im Blickpunkt schauen wir konkreter auf die Situation der ANU-Mitglieder und des ANU-Netzwerks. Zusätzlich zu den Daten der FU-Befragung liefert eine ANU-Mitgliederbefragung aufschlussreiche Ergebnisse, beispielsweise zum Selbstverständnis der Mitglieder, ihren Arbeitsschwerpunkten sowie Zukunftsthemen und auch Wünschen an die ANU.
Beide Beiträge machen deutlich, dass non-formale Nachhaltigkeitsbildung weit mehr ist als reine Wissensvermittlung zu Umwelt- und Klimathemen. Sie stärkt Teilhabe, Selbstwirksamkeit sowie demokratische Kompetenzen und schafft Räume für gemeinsames Lernen und Handeln. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten und wachsender Polarisierung wird sichtbar, wie wichtig BNE für eine demokratische, gerechte und nachhaltige Gesellschaft ist.

Eine bereichernde Lektüre wünscht
Larissa Donges
Bundesvorsitzende der ANU

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