ANU-Beitrag beim Symposium im Kloster Benediktbeuern

Likes und Follower statt Flora und Fauna?

Foto-Credit: ZUK/HSS

Die 27. Benediktbeurer Gespräche 2026 am 29.04.2026 widmeten sich der Frage, wie wir in Zeiten von Social Media und KI junge Menschen für den Naturschutz begeistern können. Es wurde diskutiert, ob digitale Medien, die als eine Ursache wachsender Naturentfremdung gelten, auch Teil der Lösung sein können.

Annette Dieckmann, Geschäftsführerin der ANU, ging in ihrem Impuls auf die Chancen digitaler Medien für die Naturbildung ein und stellte Beispiele vor. Dazu gehörten Geogames, die auf Basis digitaler Landkarten – etwa auf Plattformen wie Biparcours – digitales und reales Erleben miteinander verbinden. Bestimmungs-Apps wie iNaturalist, ObsIdentify oder BirdNET setzen Anreize, eigene Beobachtungen zu dokumentieren, zu teilen und so für die Forschung nutzbar zu machen.

Auch in der Präsenz von Naturphänomenen und Naturbildungsangeboten in sozialen Medien liegt noch Potenzial. Influencer*innen, die auf Instagram oder TikTok Naturbilder mit Naturschutzinhalten kombinieren, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In einigen Fällen kooperieren sie mit Umweltbildungszentren, etwa dem RUZ Hollen, und wirken dort als Referentinnen in Fortbildungsprogrammen mit.

Einen Hebel zur Förderung des Naturbewusstseins junger Menschen sieht Annette Dieckmann – neben der digitalen Vermittlung – weiterhin in Vorbildern in Familien und Bildungseinrichtungen. Unter dem pädagogischen Fachpersonal in Schule und Kita seien jedoch diejenigen, die sich trauen, einen großen Käfer in die Hand zu nehmen, selten geworden. Die Einschätzung, dass Kinder und Jugendliche bereits die zweite Generation sind, für die Naturkontakt nicht mehr selbstverständlich ist, teilte sie mit den drei weiteren Referentinnen des Tages.
Um junge Menschen für den Naturschutz zu begeistern, sind daher auch Bildungsangebote für Erzieher*innen, Lehrkräfte und Eltern notwendig. Formale Bildungseinrichtungen können hierbei vielerorts – wenn auch noch nicht flächendeckend – auf kompetente Umweltbildungszentren sowie deren Naturerfahrungsangebote und Fortbildungen zurückgreifen.

Ein Bericht zum Symposium und den Fachbeiträgen von der Biologin Prinzessin Dr. Auguste von Bayern, Prof. Andrea Möller (Kompetenzzentrum für Didaktik der Universität Wien) und der Psychologin Dr. Lea Dohm (Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit), findet sich hier: 
https://www.kloster-benediktbeuern.de/Ueber-uns/Aktuelles/Die-27.-Benediktbeurer-Gespraeche-im-Don-Bosco-Kloster-Benediktbeuern-am-29.-April-2026

Veranstaltet wurde das Symposium vom Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern in Kooperation mit der Heinz Sielmann Stiftung.