Klimaschutz-Installationen

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Juni 2018: Klimabildung
Ausgabe Nr. 290

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Blickpunkt

Klimaschutz-Installationen


Neue Klimaschutz-Installationen auf dem Gelände der BildungszentrenKlimaschutz erweitern die Klimabildungsarbeit. Sie laden ein, Klimaphänomene zu erforschen und geben Impulse für eigene Klimaschutzaktivitäten.

Im Rahmen des Projektes BildungKlima-plus sollen Klimaschutz-Installationen entstehen, die anderen Zentren als Vorbilder zum Nachbau dienen und möglichst lange und nachhaltig genutzt werden können. Größtenteils werden die Installationen für die Klimabildungsarbeit im Gelände konzipiert, einige sollen aber auch als mobile Installationen eingesetzt werden. Kriterien für den Bau sind daher: Die Installation soll viele Menschen erreichen und die breite Masse ansprechen. Außerdem soll sie nicht zu teuer sein, damit sie möglichst viele Zentren nachbauen können und sie vom Zentrum dauerhaft gepflegt und genutzt werden kann. Bei Vandalismus oder Verschleiß soll eine leichte Reparatur aus eigenen Mitteln möglich sein. Bei der Planung sind folgende Elemente der Baubiologe mit zu berücksichtigen: Einsatz von Recyclingmaterialien, umweltfreundliche Holzimprägnierung und Farbe sowie Vermeidung ressourcenproblematischer Baustoffe.

Die Auwaldstation Leipzig in Sachsen nutzt für die Klimabildungsinstallation ein Lastenrad als mobiles Element und für das Gelände einen sogenannten „Ökotrainer“ mit Handyladestation. „Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Auwaldstation Leipzig liegt der Klimaschutz im Bereich Mobilität besonders am Herzen“, erklärt Ursula von Bogen die Auswahl des Lastenrads. Sie ist im Netzwerk der 16 BildungszentrenKlimaschutz die Ansprechperson für das Bundesland Sachsen. „Die Auwaldstation beteiligt sich ungefähr sechsmal im Jahr an regionalen Veranstaltungen mit einem Infostand. Zum Transport der dafür notwendigen Materialien von der Auwaldstation zum Veranstaltungsort und zurück musste jedes Mal ein privater Pkw eingesetzt werden. Dafür haben wir nun eine bessere Lösung und wollen als Einrichtung selber Vorbild beim Thema klimafreundliche Mobilität sein“, berichtet Ursula von Bogen. Darüber hinaus wird das Lastenrad auch als Personentransportmittel eingesetzt werden, um Gäste abzuholen, die ansonsten an der etwa zwei Kilometer entfernten S-Bahn-Station ankommen und ein Taxi nehmen würden. So wird der CO2-Ausstoß durch wegfallende Autofahrten weiter minimiert. Die Reduzierung beträgt voraussichtlich 120 Kilogramm für 600 Kilometer pro Jahr.

Die Installation „Lastenfahrrad“ ist multifunktional. Das Rad dient nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Infostand, an dem Besucherinnen und Besucher unter anderem am Glücksrad Quizfragen zum Thema Klimaschutz beantworten können. Außerdem ist geplant, dass es als besonderen Preis für Gewinnergruppen bei Bildungsveranstaltungen, wie zum Beispiel bei Wald-Rallyes mit Schulklassen, eine Probefahrt mit dem Lastenrad gibt. Somit kann auch hier das Thema „klimafreundliche Mobilität“ breitenwirksam platziert werden. Zudem wird ein großer und ansprechender Schriftzug sowohl beim Fahren als auch bei den Veranstaltungen öffentlichkeitswirksam auf den Klimaschutzbeitrag eines Lastenrades hinweisen. So sollen möglichst viele Institutionen, gewerbliche Firmen und Privatpersonen zur Nachahmung animiert werden.

Aber auch im Bereich Energie sieht die Auwaldstation Leipzig neue Möglichkeiten der Bildung für Klimaschutz vor Ort. So ist der zweite Teil der Installation ein sogenannter „Ökotrainer“, welcher mit dem Lastenrad betrieben werden soll. Dabei wird nach dem Reibrollenprinzip ein Stromgenerator gegen das Hinterrad des Fahrrads gedrückt und Elektrizität erzeugt. Die Visualisierung beziehungsweise Nutzung der Stromerzeugung erfolgt mit dem Zusatzelement „Tritt den Lukas“ und einem Element zur Handyaufladung. Letzteres soll vor allem bei Festen und Infoveranstaltungen eingesetzt werden. Das Element „Tritt den Lukas“ spielt auf eine alte Jahrmarktstradition namens „Hau den Lukas“ an. Dabei wird die erzeugte Leistung über einen Lastwiderstand abgenommen und über 30 LEDs visualisiert. Je mehr Leistung mit dem Ökotrainer erzeugt wird, desto mehr LEDs leuchten. Maximal können dabei laut Hersteller 500 Watt erreicht werden. Weiterhin ist die Kombination mit einem Ratespiel geplant, bei dem die Teilnehmenden verschiedene Magnetbilder von Elektrogeräten ausgeteilt bekommen, die sie der jeweils durch Treten erzeugten Leistung zuordnen sollen. Auf diese Weise wird die Bildungsarbeit der Auwaldstation Leipzig mithilfe des Projekts „BildungKlima-plus“ um eine spannende Attraktion, die gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Klimabildung leistet, bereichert.

Einen ganz anderen Schwerpunkt setzt das Hamburger Umweltzentrum Gut Karlshöhe mit seiner Klimaschutz-Installation. Die künstlerisch gestaltete „Gabione“ wird auf klimafreundlichen Konsum und den hohen Plastikverbrauch in unserer Gesellschaft aufmerksam machen. 207 Einwegplastikflaschen, die aus Rohöl produziert wurden und damit CO2-Emissionen erzeugten, füllen die Gabione aus und veranschaulichen sehr deutlich, wie viele Flaschen jeder Mensch durchschnittlich pro Jahr in Deutschland verbraucht. Die klimafreundliche Handlungsalternative „Mehrweg statt Einweg“ kennt jeder und kann sie leicht umsetzen. So ist zum Beispiel Leitungswasser viel klimafreundlicher und kann an der Refill-Station auf dem Gut Karlshöhe immer wieder in eine mitgebrachte Trinkflasche nachgefüllt werden. Die Kunstinstallation wird voraussichtlich ab Ende Mai 2018 auf dem Gelände des Guts Karlshöhe der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Links:

www.16bildungszentrenklimaschutz.de

www.auwaldstation.de

www.gut-karlshoehe.de

www.refill-deutschland.de

 

Sonja Fasbender in Zusammenarbeit mit Ursula von Bogen (Auwaldstation Leipzig) und Silvia Schubert (Gut Karlshöhe)
E-Mails:
sonja.fasbender(at)naturgut-ophoven.de,
ursula-von-bogen(at)auwaldstation.de,
silvia.schubert(at)anu-hamburg.de

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