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ökopädNEWS
November 2013: Bildung und Klimaschutz
Ausgabe Nr. 245

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BLICKPUNKT: Öko-Schulprogramm Augsburg

Augsburg vernetzt


Die Stadt Augsburg engagiert sich schon seit den 1990er Jahren für den Klimaschutz. Gerade in den Bereichen Bildung, Klima und Energie haben sich dank Kooperationen verschiedener Akteure in den letzten zehn Jahren viele neue Projekte und Arbeitsansätze entwickelt.
Das Öko-Schulprogramm (ÖSP) der Stadt Augsburg leistet seit vielen Jahren einen erfolgreichen Beitrag zu Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen an städtischen Schulen. Dennoch fehlte dem Programm lange Zeit die notwendige pädagogische Expertise, die von vielen teilnehmenden Schulen eingefordert wurde. „Wir brauchten jemanden, der selbstorganisiert ist, mit Zugang zu eigenen Ressourcen und Akteuren“, erklärt Matthias Löw, Mitarbeiter im Kommunalen Energiemanagement der Stadt Augsburg, „die Umweltstation Augsburg erfüllt diese Anforderungen perfekt“.
Die Kooperation zwischen dem ÖSP, das als Prämienmodell an klasische Fifty-fifty-Modelle angelehnt ist, und der Augsburger Umweltstation hat so neue Dynamiken geschaffen und konnte wieder mehr Schulen für den Klimaschutz erreichen. „Die Umweltstation hat mit ihrem pädagogischen Know-How andere Herangehensweisen und eine andere Sicht der Dinge – für die Kooperation mit den Lehrerinnen und Lehrern ist das Gold wert“, findet Matthias Löw. Aber auch darüber hinaus bringt die Kooperation ungeahnte Vorteile: Im Augsburger Programm „Klimaschutz im Kindergarten KLIK“ stellte sich beispielsweise heraus, dass eine Kita zu einem sehr hohen Prozentsatz polnischsprachige Kinder betreut. „Im Netzwerk der Umweltstation Augsburg gibt es aber Leute, die polnisch sprechen. Plötzlich hat man mit der Partnerschaft ein Plus für die Verankerung des Themas erreicht“, erinnert sich Löw. Unter dem Strich sei der Aktionsradius des ÖSP durch die Kooperation größer geworden. „Wir hätten gar nicht so viele Institutionen und Akteure ansprechen können. Das sind ganz konkrete Ressourcen, die wir ohne die Kooperation nicht erschlossen hätten“, erklärt der Energiemanager.
Das 2009 gegründete Prima Klima-Netzwerk ist ein weiteres Ergebnis dieser Kooperationsprozesse und verdeutlicht beispielhaft den Mehrwert eines vernetzten Vorgehens. Prima Klima ist ein Umweltbildungsprojekt der Umweltstation Augsburg und dem Netzwerk Augsburg für Naturschutz und Umweltbildung NANU! zu den Themen Energie, Klima- und Ressourcenschutz. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Kommunalen Energiemanagement der Stadt Augsburg im Rahmen der Lokalen Agenda entwickelt. Heute verbindet Prima Klima zahlreiche Aktive aus Vereinen, Bildung und Wirtschaft. So engagieren sich LehrerInnen, MitarbeiterInnen und Studierende der Universität Augsburg, MitarbeiterInnen der Stadtwerke, der Handwerkskammer, des Kommunalen Energiemanagements, Akteure des NANU!  und des Jungen Theaters gemeinsam für eine nachhaltige Bildung für Energie und Klimaschutz. Das Prima Klima-Netzwerk ist zugleich ein Forum im Prozess der Lokalen Agenda 21.
Neben dem Fifty-fifty-Projektmodell bietet das Netzwerk Bildungseinrichtungen in Augsburg und Umgebung ein vielfältiges Angebot zu verschiedenen Energie- und Klimathemen. Die Veranstaltungen für Gruppen und Klassen von der KiTa bis zur Oberstufe reichen von praktischen Lerneinheiten zu erneuerbaren Energien über theaterpädagogische Ansätze hin zu Lehrerfortbildungen und dem Verleih von Lernmaterialien. Die größte Bestätigung für die erfolgreiche Arbeit liegt aber vor allem darin, dass immer mehr Menschen die Angebote wahrnehmen. Den TeilnehmerInnen wird bewusst, dass konsequenter Klimaschutz nur gemeinsam gelingen kann – und sie versuchen auch ihre KollegInnen und Bekannten mit einzubeziehen und für das Klimaanliegen zu gewinnen.


Leonore Sibeth,
Leiterin des Projekts Prima Klima
an der Umweltstation Augsburg

www.prima-klima-augsburg.de

www.us-augsburg.de

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