Ein ernst gemeinter Dialog war nicht erkennbar

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ökopädNEWS
April 2012
Ausgabe Nr. 229

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Leserbrief

Ein ernst gemeinter Dialog war nicht erkennbar


Betrifft: „Bildung und Partizipation“, ökopädNEWS 228, März 2012

Der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber kam in der letzten Ausgabe von ökopädNEWS zu Wort und rühmte die Partizipation bei der Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie. Die ANU Bayern findet es sehr positiv, dass die Bayerische Staatsregierung mit der Nachhaltigkeitsstrategie ihre künftige Politik am Leitbild der Nachhaltigkeit ausrichten möchte. Deshalb bedauern wir, dass Qualitätsanforderungen an Kooperation und Dialog – wie Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Benennen von Gestaltungsspielräumen, der gegenseitige Respekt und der faire Umgang mit den Argumenten – durch das praktizierte Online-Verfahren nicht gewährleistet wurden. Kommentare waren nur in einem sehr begrenzten vorgegebenen Raster möglich, ein ernst gemeinter Dialog war nicht erkennbar, am angebotenen Dialog mit den Verbänden besteht seitens der Staatsregierung kein Interesse.

Die ANU Bayern hat eine ausführliche Stellungnahme zum Thema Bildung abgegeben und gemeinsam mit anderen Akteuren im Bündnis Nachhaltigkeit Bayern eine Gesamtkommentierung mitverfasst (www.umweltbildung-bayern.de).

Kernpunkt unserer Aussage zur Bildung ist, dass wir es als zwingend notwendig ansehen, in der Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie dem Kapitel Bildung mit allen seinen Unterpunkten das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung zugrunde zu legen. Die einzelnen Bildungskapitel sollten sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung orientieren und aufzeigen, wie ein weitreichender und langfristig angelegter Wandel in den Lebens-, Denk- und Handlungsweisen unserer Gesellschaft in Richtung Zukunftsfähigkeit erfolgen kann. Eine Nachhaltigkeitsstrategie hat nur Kraft und wird ernst genommen, wenn sie mit Finanzmitteln hinterlegt ist und Ziele und Kriterien für ihre Erreichung festgelegt werden. Leider fehlt beides beim vorliegenden Entwurf.

Die ANU Bayern ist der Bildung für nachhaltige Entwicklung seit der Agenda 21 verpflichtet. Sie hat die Beiträge zum Kapitel C 3.12 Umweltbildung in der Bayern-Agenda mitverfasst. Sie ist im interministeriellen Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ unter Leitung des bayerischen Umweltministeriums vertreten und hat am bayerischen Aktionsplan mitgewirkt, der 2012 in seiner Fortschreibung erscheinen wird. Der Aktionsplan der ANU Bayern zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Beitrag zum Nationalen Aktionsplan der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. In diesem Sinne führen wir immer gerne den Nachhaltigkeitsdiskurs zur Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Marion Loewenfeld, 1. Vorsitzende, Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bayern e.V.

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