Leuchtpol - ein Corporate-Citizenship-Projekt

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ökopädNEWS
August/September 2011
Ausgabe Nr. 223

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BLICKPUNKT

Leuchtpol - ein Corporate-Citizenship-Projekt


Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V. (ANU) hat sich Ende 2008 trotz teilweise deutlichem Widerstand aus den eigenen Reihen und nach intensiven internen Debatten für ein herausforderndes Projekt entschieden: Finanziell in mehrstelliger Millionenhöhe  - gefördert im Rahmen der Corporate Citizenship (CC) der Eon AG - gründete die ANU als alleinige Gesellschafterin die gemeinnützige Projektgesellschaft Leuchtpol. Das Ziel: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die deutschen Kindergärten bringen.

Voraussetzung war und ist dabei die inhaltliche Unabhängigkeit Leuchtpols von Eon. Das wurde durch einen Vertrag festgeschrieben, an den sich beide Partner penibel halten. Qualität wird bei Leuchtpol großgeschrieben, das Projekt wird vom Institut für integrative Studien (Infis) der Leuphana-Universität Lüneburg wissenschaftlich begleitet. Wie die aktuelle Evaluation beweist, ist Leuchtpol sehr wirkungsvoll, hat eine hohe Multiplikatorenwirkung über die Fortbildungen hinaus und wird von den teilnehmenden ErzieherInnen als nützlich sowohl für die eigene pädagogische Praxis wie auch für die persönliche Entwicklung angesehen. Auch macht Leuchtpol es möglich, BNE sowohl in Gesprächen mit Stakeholdern als auch durch gezielte Presse- und Medienarbeit breitenwirksam zu kommunizieren. Kommunikative Risiken müssen dabei aber sorgfältig beachtet werden. „Dies war in den vergangenen Monaten durch die zunächst vereinbarte Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und Fukushima nicht immer einfach. Doch selbst in solch schwierigen Phasen hat sich die Kooperation mit Eon als tragfähig bewiesen“, so Inga Cordes, Geschäftsführerin von Leuchtpol.

Ohne Zweifel ist der Abstimmungsaufwand für ein so ungewöhnliches Projekt zwischen den Projektbeteiligten tendenziell hoch. Ein Vorteil der heterogenen Zusammenarbeit ist aber auch, dass im Konzern selbst viele MitarbeiterInnen mit den Ideen von BNE in Berührung kommen, die sonst wohl kaum erreicht würden. Die Kooperation gibt der ANU immer wieder Gelegenheit, sich mit Vertretern des Konzerns auf Leitungsebene in offener Atmosphäre über zentrale Fragen, zum Beispiel zum gegenseitigen Nachhaltigkeitsverständnis auszutauschen. Auch wenn man dabei auf das Geschäft der global agierenden Förderin nicht direkten Einfluss nehmen kann, ist dies ein wichtiger Aspekt der Kooperation.

Die vorläufige Bilanz: Der wichtige Meilenstein „2.000 Leuchtpol-Kitas“ konnte bereits vorzeitig im Juni dieses Jahres erreicht werden. Und auch hinsichtlich des Ziels, bildungspolitische Impulse für Curricula und Rahmenpläne zu geben, können erste Erfolge verbucht werden. So soll es auch nach 2012 mit Leuchtpol weitergehen, denn schon heute zeigt sich, dass der Bedarf von Kitas zu Bildung für eine nachhaltige Entwicklung weit höher ist als er im Rahmen der aktuellen Vereinbarung erfüllt werden kann. Deshalb gilt es jetzt, die strategischen und finanziellen Weichen zu stellen, damit dieses ungewöhnliche wie erfolgreiche Projekt weitergehen kann und im Sinne von BNE und der guten Zusammenarbeit von NGOs und Wirtschaft Nachahmer findet.

Leuchtpol gGmbH, Frankfurt/M., E-Mail: kommunikation@leuchtpol.de, www.leuchtpol.de

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