Deutsche Hochschulen tun mehr für Nachhaltigkeit

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ökopädNEWS
Oktober 2009
Ausgabe Nr. 204

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Leserbrief

Deutsche Hochschulen tun mehr für Nachhaltigkeit


Betrifft: „Nachhaltigkeit in Hochschulen: Verschläft Deutschland den Trend?“ von Maik Adomßent, ökopädNEWS 203, August/September 2009

Dr. Maik Adomßent von der Leuphana Universität Lüneburg stellt die Frage „Verschläft Deutschland den Trend?“ hinsichtlich der Nachhaltigkeit an Hochschulen. Auch wenn es Gründe dafür gibt, die Frage mit Ja zu beantworten, so gibt es doch mehr Aktivitäten an deutschen Hochschulen als die in diesem Beitrag aufgeführten. Der Artikel vermittelt den Anschein, die Hochschulen in Deutschland generell zu behandeln, ist aber in seiner Darstellung im Wesentlichen auf norddeutsche Hochschulen beschränkt und damit sehr selektiv. Wir möchten aus der Perspektive unseres Arbeitsalltags an der Universität Kassel aufzeigen, dass es an deutschen Hochschulen viele nennenswerte Aktivitäten zur Nachhaltigkeit gibt.
Die Universität Kassel hat bereits 1993 die Copernicus-Charta unterzeichnet, eine Stelle für Umweltkoordination eingerichtet, ein Graduiertenzentrum für Umweltforschung und Lehre aufgebaut sowie mehrere ausgewiesene Masterstudiengänge akkreditiert, von denen die Studiengänge Nachhaltiges Wirtschaften, Ökologische Agrarwissenschaften sowie Regenerative Energien und Energieeffizienz hier nur exemplarisch für viele andere genannt seien. An der Universität Kassel wurden drei Initiativen von der Unesco im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Auch in der Forschung ist Nachhaltigkeit ein zentrales Thema, wie das neu gegründete Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) zeigt. Die Universität Kassel nutzt ihr Umweltprofil jedoch nicht nur hochschulintern. So wurden bereits 2004 mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig und 2006 mit dem Wuppertal Institut Kooperationsverträge abgeschlossen. Der SolarCampus und eine Auswahl von Bioprodukten in der Mensa sind Beispiele für erste etablierte Projekte im Arbeitsalltag der Universität.
Dies sind nur Beispiele für einige Aktivitäten in Kassel. Andere Hochschulen wie der Umwelt-Campus Birkenfeld an der Fachhochschule Trier, die Albert-Ludwigs-Universität, die sich als Solar-Uni in Freiburg begreift, die Universität Paderborn, die bereits seit 2000 ein registriertes Umweltmanagementsystem hat, und die Freie Universität Berlin, die einen Online-Leitfaden über Forschung und Lehre zu Nachhaltigkeit aufgebaut hat, sind lediglich der Anfang einer langen Liste von Initiativen an deutschen Hochschulen. Einen guten Überblick über das Thema gibt Uwe Schneidewind in seinem 2009 veröffentlichten Buch „Nachhaltige Wissenschaft“.

Zweifelsohne gehört die Universität Lüneburg zu den Pionieren in Sachen Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen, allerdings ist sie hier mit ihren norddeutschen Nachbarhochschulen zum Glück nicht allein auf weiter Flur.

Melanie Becker, Nadine Chrubasik, Heike Köckler

Kontakt: Dr. Heike Köckler, Center for Environmental Systems Research, Universität Kassel, Tel. +49 (0)561 / 8043910, E-Mail: koeckler@usf.uni-kassel.de, www.usf.uni-kassel.de

 

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