Berufsbild "UmweltpädagogIn" gefordert

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ökopädNEWS
Dezember 1993
Ausgabe Nr. 031

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Titelstory

Berufsbild "UmweltpädagogIn" gefordert


Eistimmig für die Entwicklung eines eigenen Berufsbildes "UmweltpädagogIn" sprachen sich die mehr als 80 TeilnehmerInnen der Tagung "Umweltbildung in NRW - Aspekte zum Berufsbild der UmweltpädagogInnen" am 16. November in Arnsberg aus. Licht in das Aufgabenspektrum und die Arbeitssituatin von UmweltpädagogInnen speziell in NRW brachten verschiedene Vorträge zu Themen wie Berufsausbildung, Selbstverständnis und Arbeitsmethoden sowie erste Ergebnisse einer empirischen Studie von Dr. Graeßner (Universität Bielefeld). Dr. Angela Franz-Balsen (PAS/ANU-koordinationsstelle Köln) zufolge befindet sich die Umweltbildung auf dem Weg in die 3. Entwicklungsphase. Ihren Ursprung hatte die Umweltpädagogik in Grünen Schulen und Naturschutzzentren (1.Phase "draußen"), hielt dann aber schnell Einzug in Bildungsinstitutionen und Kommunen (2.Phase "drinnen") und wird in Zukunft immer stärker als Prozeßbegleiter bei Runden Tischen und interdisziplinären Lösungsstrategien eine Rolle spielen (3.Phase "Mediation zwischen drinnen und draußen"). Vor allem zur Stärkung der Umweltbildung in Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft, aber auch für die eigene Standortbestimmung, wird die Entwicklung eines eigenen Berufsbildes "UmweltpädagogIn" für notwendig erachtet. Ein festes Berufsbild birgt aber auch Gefahren, wie in der Diskussion deutlich wurde: Das Einpressen in einen festgeschriebenen Rahmen kann zu Unflexibiblität, Erstarren im Beruf und zur Ausgrenzung neuer Ansätze führen und damit die notwendige Vielfalt und Dynamik unterbinden. Zudem wurde kritisch bemerkt, daß ein Berufsbild allein noch nicht zu mehr Arbeitsplätzen oder einer angemessenen Vergütung führt. Notwendig sind unbedingt verstärkte Lobbyarbeit und die stete Diskussion mit anderen gesellschaftlichen Gruppen. In diesem Zusammenhang ist der intensive Austausch mit ähnlichen Berufsgruppen - vor allem mit der Umwelt- und Abfallberatung - als dringend notwendig erachtet worden. Erste Kontakte zwischen der ANU und dem Bundesverband für Umweltberatung (bfub) wurden bereits geknüpft, ein weiterer Informationsaustausch sowie intensive Diskussionen werden folgen. Die Ergebnisse der Tagung werden in einem Tagungsreader zusammengestellt, der erhältlich ist über den ANU Landesverband NRW, SGV Naturschutzzentrum Sauerland, Birgit Rafflenbeul, Hasenwinkel 4, 59821 Arnsberg

(Pressemeldung des Bundesverbandes für Umweltberatung/bfub vom 21.11.93)

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