Umweltbildung als Chefsache

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ökopädNEWS
August 1994
Ausgabe Nr. 039

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Titelstory

Umweltbildung als Chefsache


Entscheidende Weichen für die Zukunft der Umweltbildung werden noch dieses Jahr gestellt, wenn sich Ende November die Umweltminister der Länder vom 24. bis 25. November in Görlitz treffen, um "neue praxisbezogene Konzeptionen für die Umweltbildung der 90er Jahre zu entwickeln". Die möglichen Auswirkungen auf die Arbeit der Umweltzentren reichen von großzügiger Förderung (sehr unwahrscheinlich) bis Konzentration der Förderung auf wenige Alibi-Einrichtungen (nicht akzeptabel).

Ausgangspunkt war der SPD-Antrag zum Thema "Umweltbildung und Umweltwissenschaften" (Bundestagsdrucksache 12/3768), in dem die Bundesregierung u.a. aufgefordert wird, ein "Gesamtkonzept Umweltbildung" zu verabschieden und die Umweltbildungsarbeit von Verbänden und Trägern der Weiterbildung zu fördern. Der Ausschuß für Bildung und Wissenschaft des Deutschen Bundestages verabschiedete mit den Stimmen der CDU/CSU-, SPD- und FDP-Mitglieder einen Beschluß, nach dem die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern dieses Gesamtkonzept bis Mitte des Jahres vorzulegen hat. Die Umweltminister stellten auf der letzten Konferenz (Mai 95, Radebeul) fest, daß "Umweltbildung bzw. -erziehung ein zentrales Anliegen und integrativer Bestandteil einer vorsorgenden Umweltpolitik ist und daher künftig verstärkt durchgeführt und in die Praxis umgesetzt werden muß...Die Umweltministerkonferenz hält es angesichts der politischen (!) Bedeutung der Umweltbildung für erforderlich, eine Bilanz über die bisherigen Erfahrungen zu ziehen." Bis Mitte Oktober müssen nun Bund und Länder ihre Berichte abgeben. Auf der nächsten UMK Ende November im sächsischen Görlitz soll eine Zusammenfassung dann Grundlage für die Entscheidung sein, ob eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Umweltund Kultusministerien notwendig ist.

Es ist von entscheidender Bedeutung, daß die Arbeit der Zentren und der ANU in den Landesberichten erwähnt wird. Hier muß die Lobbyarbeit der Landesverbände bzw. engagierter Mitglieder ansetzen - nämlich bei den ReferentInnen für Umweltbildung/-erziehung in den Umweltministerien, die die Landesberichte schreiben - um sie auf die praktischen Erfahrungen der Umweltzentren mit den unterschiedlichsten Zielgruppen und die Vielfalt vorhandener handlungsorientierter Ansätze hinzuweisen. Wir haben es nicht nötig, unsere Erfolge zu verstecken - die Pressespiegel vieler Umweltzentren sprechen eine deutliche Sprache. Mit dieser Deutlichkeit gilt es nun auch bei den Politikern wahrgenommen zu werden! (Eine Zusammenstellung wichtiger Unterlagen kann gegen Zusendung eines mit DM 2.- freigemachten und adressierten Couverts bei der Redaktion angefordert werden.)

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