Ausgabe direkt auswählen:

Suchen in allen Ausgaben:

ökopädNEWS
November 1994
Ausgabe Nr. 042

Inhaltsverzeichnis | nächster Artikel

Titelstory



a) eine Zusatzausbildung für Autofahrer, die lernen wollen, auch für Tiere zu bremsen?
b) eine Erlaubnisbescheinigung, daß Ökologen auch mit dem Auto in den Wald fahren dürfen?
c) ein bundesweit anerkanntes Zertifikat für Jugendliche, das bei Bewerbungen nützlich sein kann?
Spaß beiseite. Der Ökoführerschein ist ein interessantes Konzept zur Weiterbildung von Jugendlichen und Jugendgruppenleitern, das die Dipl.päd. Bärbel Supper und der Chemiker Dr. Wolfgang Meiners von der Station Umwelterziehung Iffens/Butjadingen (Niedersachsen) entwickelten.

Zehn Jahre lang boten die beiden in Iffens ein 4wöchiges "Ökopraktikum" an, und waren positiv überrascht, wie viele junge Leute weiter im Umweltschutz aktiv blieben oder gar UmweltpädagogInnen werden wollten. Aus diesen Erfahrungen entstanden 5 verschiedene Kurse, die mosaikartig alle Themen des Natur- und Umweltschutzes abdecken und sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Naturerleben wird zwar als Mosaikstein auch vermittelt, im Vordergrund steht jedoch die kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Realitäten. Jeder Kurs dauert zwischen 3 und 5 Tagen und beinhaltet eine Palette von Themen, die über einen Netzplan miteinander verbunden sind. Die TeilnehmerInnen sollen die 5 Kurse möglichst an unterschiedlichen Lernorten absolvieren. Am Ende gibt's ein Zertifikat, den Ökoführerschein. Lernort kann jedes Umweltzentrum werden, das das Konzept des Ökoführerscheins akzeptiert, ca. 20 Übernachtungsmöglichkeiten anbieten kann und über "Werkstattbereiche" wie Fotolabor, Mikroskope kleines Chemielabor, etc. verfügt. Bundesweit wird der Ökoführerschein von der BUNDjugend, der Naturschutzjugend und dem Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) getragen, regionale Verbände und viele Umweltzentren machen bereits mit. Angestrebt wird eine Ausweitung auf möglichst viele weitere Verbände und Institutionen/Tagungshäuser, damit der Ökoführerschein noch bekannter und überall akzeptiert wird - eine gute Sache für alle Umweltzentren in der ANU. Zwei Mal im Jahr finden Multiplikatoren-Fortbildungskurse in Iffens statt, außerdem gibt's jährlich einen Erfahrungsaustausch (dieses Jahr vom 25.-27.11. in Bempflingen/Baden-Württemberg, Tel: 07123/31208). Anfragen zum Konzept: W. Meiners, Iffens, Tel: 04735/318, Anmeldungen zur Teilnahme: Bundeskontaktstelle Verdener Umweltwerkstatt, Herrlichkeit 1, 27283 Verden, Tel: 04231/81046

Nächster Artikel: Gegenseitige Mitgliedschaft von ANU und bfub