Projekt "Umweltbildung in Afrika"

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ökopädNEWS
Dezember 1994
Ausgabe Nr. 043

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Titelstory

Projekt "Umweltbildung in Afrika"


Überall in Afrika steckt das Bildungssystem in der Krise (taz 7.10.94). Lehrer und Schüler, aber auch die Regierungen sind finanziell und oft moralisch am Ende. Mit der Verarmung geht die ökologische Zerstörung Hand in Hand - ein Teufelskreis beginnt, in dessen Folge vor allem in Afrika die Ausbreitung der Wüsten erschreckende Ausmaße angenommen hat. Unep, das Umweltprogramm der UNO, schätzt, daß weltweit 15 bis 33 Milliarden DM nötig sind, um die Bodenfruchtbarkeit in Trockengebieten besser zu schützen - nur 1 Mrd. werden tatsächlich aufgebracht! Die Industrieländer dürfen die Ausbreitung der Wüsten nicht allein als Problem der Entwicklungsländer ansehen, weil die Desertifikation und die daraus resultierenden Klimaveränderungen auch eine Konsequenz der Wirtschaftsweise des Nordens sind.

Der ANU-Sprecherrat hat auf seiner letzten Sitzung in Hannover deshalb beschlossen, das Projekt "Umweltbildung in Afrika" zu unterstützen und gemeinsam mit DGU, bfub u.a. gegebenenfalls in einem Beirat mitzuwirken. Das Projekt soll zunächst auf die Länder Kamerun, Tschad, Niger, Nigeria und Zentralafrikanische Republik beschränkt sein, da diese in einer Zollunion zusammengeschlossen und über ein Generalsekretariat vernetzt sind. Ziele des Projekts sind u.a. die Bekämpfung der Wüstenausbreitung (z.B. durch Aufforstungsmaßnahmen mit Schülern), die Förderung regenerativer Energiequellen (z.B. Solarkocher) und die Förderung eines "Sanften Tourismus". Dr. Adoum Ngabe-Waye (Tschad), der Leiter dieses UNESCO-Projekts, bittet um Unterstützung. Er sucht Interessenten für (Schul)Partnerschaften mit afrikanischen Schulen, pädagogische Materialien und Unterrichtseinheiten zum Thema Umweltbildung in Afrika oder sonstige Erfahrungen aus europäischer Sicht, z.B. aufgrund von Urlaubsreisen. Möglich wäre auch, daß sich Hochschulen oder andere Institutionen, z.B. Umweltzentren, in unterschiedlichster Form am Projekt beteiligen. Geplant sind der Aufbau von lokalen oder regionalen Umweltzentren, der Aufbau von Kommunikationsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen, die Entwicklung von Curricula und Bildungsprogrammen, die Förderung von Lehreraus- und fortbildung, die exemplarische Durchführung innovativer Projekte usw. Bei Interesse können weitere Informationen gegen Zusendung eines mit DM 2.- freigemachten Rücksendecouverts bei der Redaktion angefordert werden oder direkt bei Dr. Ngaba-Waye, Postfach 130109, 20101 Hamburg.

(Literatur: Umwelt und Besiedelung am Dschad-Becken und den angrenzenden Gebieten", Europäische Hochschulschriften, Serie 38, Vol. 47, Peter-Lang-Verlag, 1994)

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