Das G.R.E.E.N - Projekt

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ökopädNEWS
Januar 1995
Ausgabe Nr. 044

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Titelstory

Das G.R.E.E.N - Projekt


Daß Naturschutz, Umwelterziehung und moderne Kommunikationstechniken durchaus sinnvoll miteinander verbunden werden können, zeigt das Projekt G.R.E.E.N. Die Buchstaben stehen für Global Rivers Environmental Education Network - ein weltweites Computernetzwerk, das unzählige Jugend- und Schülergruppen miteinander verbindet und ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Meßwerte von lokalen Fließgewässern austauschen zu können. Die Daten werden über PC, Modem und Telefon in ein E-mail-System eingegeben und stehen so allen Teilnehmern im Netz zur Verfügung. Man kann die gemessenen Daten mit im Netz vorhandenen Daten von Behörden oder anderen offiziellen Stellen vergleichen und bekommt so die Möglichkeit des "monitorings". Obwohl das Projekt hauptsächlich in Schulen angesiedelt ist, können sich auch Jugendgruppen u.a. aus Umweltzentren beteiligen.

G.R.E.E.N. ist hervorragend geeignet, den meist auf Tümpeln am Teich reduzierten Wasserbereich für die außerschulische Umweltbildung wiederzuentdecken. Nötig sind hierfür lediglich ein in fast allen Zentren vorhandener Wasserkoffer (halbquantitative Methode) und ein PC sowie Spaß an der Kommunikation. Alles Wissenswerte kann aus der Broschüre "G.R.E.E.N - Gewässeruntersuchung im Stadtteil" entnommen werden (Bezug der 2. überarbeiteten Auflage: Schulbehörde Hamburg, IfL, Hr. Hollmann, Felix-Dahn-Str. 3, 20357 Hamburg). Das Projekt wurde in den USA entwickelt und seit 1989 in Hamburger Schulen durchgeführt. Inzwischen hat sich in der DGU eine Arbeitsgruppe zur Koordinierung der bundesweiten Aktivitäten gebildet. Leiter ist Bernd Tissler vom Gymnasium Ohmoor in Hamburg (dienstl.: Sachsenweg 76, 22455 Hamburg, Tel: 040/5515041 (Büro) oder 040/5512907 (Computerstation), E-mail: b.tissler(at)umwelt.comlink.de). Er gibt inzwischen auch ein "interaktives Magazin zur Umwelterziehung" mit dem Titel "GREENMAG" heraus, das neben der gedruckten Form auch auf dem Wege der Computerkommunikation verbreitet wird.

Die ANU hat auf ihrer Jahreshauptversammlung in Hannover beschlossen, ihren Mitgliedern nahezulegen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann eine gemeinsame Tagung von ANU und DGU zu GREEN stattfinden. Allen InteressentInnen sollten sich direkt an B. Tissler wenden und einen Fragebogen ausfüllen, aus dem der Bedarf an Broschüren und Software, Erfahrungen, bisherige Arbeitsschwerpunkte und Name des untersuchten Gewässers ersichtlich werden sollen. Übrigens soll auf Betreiben von Al Gore und Helmut Kohl demnächst ein neues Umweltbildungs-Computerprojekt mit dem Namen "GLOBE" gestartet werden. Mit Hilfe dieses Programms könnte dann eine Datenfernübertragung zu unzählig weiteren Themen interkontinental erfolgen - und so nebenbei bekäme die Industrie zur Einführung ihres geplanten Superdatenhighways eine attraktive und aktive Unterstützung.

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