Netzwerk ANU: Umweltbildung auf neuen Wegen

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ökopädNEWS
September 1995
Ausgabe Nr. 052

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Titelstory

Netzwerk ANU: Umweltbildung auf neuen Wegen


Die Umweltpolitik tritt auf der Stelle. Die Klimagipfel von Rio und Berlin mißlangen zu verbalen Seifenopern ersten Ranges. Was als sogenanntes Aktionsprogramm "Agenda 21" groß herausposaunt wurde, ist eigentlich das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde. De facto passiert nichts. Zwar wurde von der Bundesregierung ein nationaler Bericht zum Klimaschutz, das "Umweltgutachten '94", veröffentlicht, das auch wichtige Positionen zur Umweltbildung beinhaltet, doch warten alle darauf, daß (k)ein anderer den ersten Schritt tut. Die interessantesten Impulse kommen deswegen aus der Ecke der Kommunen - und der NGO's. Viele Städte arbeiten an einer eigenen sog. "lokalen Agenda 21", durch die dauerhafte und tragfähige Strukturen für eine sozial- und umweltverträgliche Entwicklung in der Kommune aufgebaut werden sollen. Unterstützt werden sie dabei in wesentlichem Umfang durch viele Umweltzentren, die Themen wie Klima, Energiesparen, biologisches Bauen, Reduzierung des weltweiten Ressourcenverbrauchs, regenerative Energien, neue Wohlstandsmodelle, integrierte Verkehrskonzepte usw. in Form von Seminaren, Lehrerfortbildungen und Workshops anbieten. Das ANU-PAS-Projekt "Klimaschutz konkret", das im Sommer ausgelaufen ist, zeigt hier seine volle Wirkung. Hieran knüpft auch die diesjährige ANU-Bundestagung an, die vom 26.-29.10.95 in Einsiedel bei Chemnitz/Sachsen stattfinden wird. Schwerpunkt ist neben dem längst überfällige Austausch zwischen den ANU-Landesverbänden das Thema Energie. Gesucht werden diesbezüglich insbesondere "Neue Wege der Umweltbildung". Hier zeigt sich, wie innovativ die Zentren sein können: über 50 ANU-Bildungseinrichtungen haben sich bereiterklärt, ihr Projekt vorzustellen. Die Palette reicht vom Klimabündnis niedersächsischer Schulen (Hannover) über ein Computerprogramm zum Energiesparen (Ökostation Bremen) und Solar/Elektroautos (Station jg. Techniker Königstein) bis Energie-Natur-Philosophie (Universität im Bauernhof Goßberg) und Tschernobyl-Aktionstag 1996 (Energie- Kolleg Bielefeld). Neben Arbeitsgruppen, Gesprächsforen und einem Öko-Info-Markt besteht die Möglichkeit, neue Ansätze zum Naturerleben praktisch zu erfahren (Waldforum) oder an Exkursionen zum Thema Wind- und Wasserkraft teilzunehmen. Danenben werden auch ungewöhnliche Umweltbildungsansätze vorgestellt: z.B. Kunst und Natur in der Gartenpädagogik (F+U Einsiedel), Ökosponsoring (NZ NRW) oder Meditative Elemente in der Umweltbildung (SBZ Hannover). Mit Sicherheit ist diese Veranstaltung eine einmalige Gelegenheit, um die Arbeit anderer Zentren kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und neue Ideen für die eigene Arbeit mitzunehmen. Und sie ermöglicht einen Austausch unter den Zentren, der die ANU zu einem echten und unverzichtbaren Netzwerk für die außerschulische Bildung in Deutschland macht.

Die Tagungsgebühr beträgt DM 70.- plus ÜVP. Die Anmeldungsunterlagen können angefordert werden bei der ANU Sachsen, SBZ, Herr Lindner, Leipziger Str. 147, 09114 Chemnitz, Tel: 0371/3301365

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