Einsparungen von Ressourcen im Hochbau

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ökopädNEWS
Januar 1996
Ausgabe Nr. 056

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Rezensionen

Einsparungen von Ressourcen im Hochbau


Andrä, Schneider, Henning, Forster
Einsparungen von Ressourcen im Hochbau
ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg, 1995, DM 48,-

Ein Buch, das zunächst scheinbar überhaupt nichts mit Umweltpädagogik zu tun hat. Erst auf den zweiten Blick - beim Durchlesen des Buches - entsteht langsam ein Bezug. Zu stark ist unser Denken und Handeln beim Thema "Nachhaltiges Wirtschaften" auf den Energiesektor gerichtet, mit den unendlichen Energieressourcen der Sonne als Lösungsansatz. Doch was ist mit unseren materiellen Ressourcen, z.B. für den Hausbau? Kann ein Ökohaus allein auf die Energiefrage reduziert werden? Welche ökologische Bilanzierung muß beim Neubau, Umbau und Abbruch von Wohnhäusern, aber auch Schulen, Umweltzentren und Ökohäusern aufgestellt werden? In diesem Buch wird von einer Gruppe Architekten und Bauingenieuren der Verbrauch von Baumaterialien nachvollzogen und hieraus Möglichkeiten der Einsparung von Ressourcen abgeleitet. Die Alten bauten besser: das Lehm-Holz-Fachwerkhaus zerfiel in kopostierbare Bestandteile. Unsere heutigen Fertighäuser aus Verbundmaterialien und exotischen Baustoffen sind bereits während des Gebrauchs Sondermüll. Durchaus spannend ist die Fragen nach der Ökobilanz eines Baustoffes oder von Gebäudeteilen. Da eine vollständige Bewertung aller umweltbelastender Faktoren nicht möglich ist, wurde eine Umweltverträglichkeitskennziffer (UVK) vorgeschlagen, die sich aus dem Energieaufwand zur Erfüllung der Einzelanforderungen an ein Bauteil (z.B. Wand, Dach oder Boden) ergibt. Je kleiner die UVK ist, desto umweltverträglicher ist das Bauteil. Nun läßt sich viel leichter und umfassender als bisher eine ökologisch gerechte Entscheidung bei Konstruktion, Technik und Wahl der Baumaterialien für ein Gebäude treffen. Obwohl das Buch teilweise viele technische Ausdrücke enthält und sich hauptsächlich an Fachleute richtet, ist es gut lesbar und sollte auch für Entscheidungsträger in Bildungseinrichtungen oder Umweltzentren u.ä., die sich mit Hochbaumaßnahmen befassen, als Grundlage Verwendung finden.

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