Ökologisches Handeln als sozialer Prozess

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ökopädNEWS
September 1996
Ausgabe Nr. 064

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Rezensionen

Ökologisches Handeln als sozialer Prozess


Urs Fuhrer (Hrsg.)
Ökologisches Handeln als sozialer Prozess
Birkhäuser Verlag, Basel, 1995, DM 46,-

Sechzehn vorwiegend in der Schweiz arbeitende Wissenschaftler stellen ihre Beiträge (in 3 Sprachen) für einen zunehmend bedeutenden Bereich der Umweltforschung zur Diskussion: die individuellen und sozialen Ursachen der Umweltproblematik. Was läuft eigentlich falsch mit Mensch und Gesellschaft? Warum handeln die meisten Menschen nicht verantwortlich gegenüber der Umwelt? Wo liegt die Schnittstelle zwischen Individuum, Sozialsystem und Umweltressource? Spannend ist die Analyse der "Kluft zwischen Wollen und Können" von W. Gessner, der 12 Problemtypen postuliert, z.B. das Problem der Aggregation und Kollektivität, wie es sich im berühmten "Gefangenen-Dilemma" darstellt, oder das Problem der Wertevermittlung, weil die Medien häufig falsche, unvollständige oder widersprüchliche Informationen aussenden. Ortwin Renn von der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Stuttgart stellt die Frage, wie Menschen denn (Umwelt)Risiken überhaupt wahrnehmen und wie Risiken in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Ein weiterer Aufsatz von Ursula Brechbühl u.a. befaßt sich mit "Ökologie und Kulturwandel": Wort, Bild, Wert und Glaube als Vermittler zwischen Individuen und Gesellschaft. Ein Buch mit hohem Anspruch an den Leser, das ein Gegengewicht zur naturwissenschaftlich-technologisch motivierten Umweltforschung bilden will.

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