Von der Umwelterziehung zu ganzheitlicher Bildung als Ausdruck integralen Bewußtseins

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ökopädNEWS
April 1997
Ausgabe Nr. 071

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Rezensionen

Von der Umwelterziehung zu ganzheitlicher Bildung als Ausdruck integralen Bewußtseins


Martin Möhring
Von der Umwelterziehung zu ganzheitlicher Bildung als Ausdruck integralen Bewußtseins
Verlag Peter Lang, Frankfurt/M., 1997, DM 65,-

Martin Möhring, Mitarbeiter des Umweltzentrums Stuhr/Bremen, kritisiert in seiner Dissertationsarbeit grundsätzlich die kognitive Wissensvermittlung der Umweltthematik als Unterrichtsgegenstand. Faktenwissen ist seiner Meinung nach ungeeignet, um als Auslöser umweltbewußten Handelns zu dienen. Eine ganzheitliche Sichtweise in der Pädagogik könnte den Dualismus von Mensch und Natur überwinden helfen und zu mitweltbewußtem Handeln anregen, so seine These. Es sind unsere inneren Einstellungen und die Bewußtseinsentfaltung, die ökologisches Handeln fördern und behindern. Grundgedanken für die Entwicklung des "Integralen Bewußtseins" sind die Theorieansätze von Fromm ("Biophilie"), Smuts ("Holismus"), Capra, und insbesondere Jean Gebser, der die Grundlagen einer ganzheitlichen Weltsicht formulierte. Entscheidend ist aber eine Überwindung des Dualismus und eine Entfaltung unseres Ich-Bewußtseins, damit die Welt nicht als Gegenüber, sondern als Mitwelt erkannt wird. Auch die von Albert Schweitzer entworfene Ehrfurchtsethik bietet Ansätze für eine ganzheitliche Pädagogik. Letztendlich wird auch die Rolle des Lehrenden hinterfragt, der Gefahr läuft, in seinem Dilemma stecken zu bleiben, nämlich immer "machen", also handeln zu müssen. Ein interessantes Buch, das sich mit den theoretischen Grundlagen der Umweltpädagogik auseinandersetzt. Schade ist allerdings, daß der hohe Preis wohl doch viele Interessierte abschrecken wird.

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