BANU - Leitlinien "Umweltbildung 2001"

Ausgabe direkt auswählen:

Suchen in allen Ausgaben:

ökopädNEWS
November 1997
Ausgabe Nr. 078

Inhaltsverzeichnis | nächster Artikel

Titelstory

BANU - Leitlinien "Umweltbildung 2001"


Die "BANU" ist der "Bundesweite Arbeitskreis der staatlich getragenen Umwelt-Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz". Den Vorsitz dieser Vereinigung, die kein eingetragener Verein ist, führt Prof. Dr. Johann Schreiner von der Alfred Toepfer Akademie in Schneverdingen. In diesem erlauchten Kreis der Einrichtungen der Länder wirken u.a. die Akademie für Natur und Umwelt in Neumünster / Schleswig-Holstein, die Landeslehrstätte für Naturschutz in Waren / Mecklenburg-Vorpommern, die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen sowie folgende Länder mit: Niedersachsen (NNA / Hof Möhr), Brandenburg (Oderberge Lebus), NRW (NUA Recklinghausen), Sachsen (Akademie für Natur und Umwelt Dresden), Thüringen (TLU Jena) und Baden-Württemberg (Akademie für Natur- und Umweltschutz Stuttgart).

Als gemeinnützige Vereine sind kurioserweise auch das Naturschutz-Zentrum Hessen und das Umweltbildungszentrum Saale-Unstrut in Nebra dabei. 1996 führten die BANU-Zentren über 1000 Veranstaltungen mit insgesamt 40 000 TeilnehmerInnen durch. Zielgruppen sind vor allem Verwaltung, Vereine und Verbände, daneben Multiplikatoren und Entscheidungsträger. In ihrem Jahresbericht 1996 (vgl. Natur und Landschaft, 72. Jg. Heft 3, S. 149- 151) listen die Einrichtungen nicht nur ihren Personalbestand und die Publikationen auf, sondern auch die genaue Zahl der durchgeführten Veranstaltungen mit Tagen und Teilnehmerzahlen. Gemeinsam ist allen der Bereich Umweltbildung, für den die BANU die folgenden sechs Leitlinien entwickelt hat, um die Diskussions- und Erneuerungsprozesse in der Umweltbildung und die Professionalisierung der Akteure voranzutreiben: "Gemeinsam sind wir stark - mit neuen Partnern können wir noch mehr schaffen" fordert nicht nur eine stärkere Vernetzung von Umweltbildungseinrichtungen, sondern auch die Ansprache neuer Partner wie z.B. Medien, Kultur und Sport. "Vom Artenschutz zur Nachhaltigkeit" will die klassischen Themen Natur- und Artenschutz um wirtschafts-, sozial- und arbeitsmarktpolitische Bereiche ergänzen. "Vom "Elfenbeinturm" mitten ins Leben" soll als Apell dazu beitragen, daß Interdisziplinarität, Managementinstrumente, Meditationstechniken und Medien verstärkt zielgruppenorientiert eingesetzt werden. Damit "Umweltbildung überall und immer" stattfinden kann, muß sie Teil des lebenslangen Lernprozesses sein anstatt nur punktuell stattzufinden.

"Weiterbildung ist unsere Chance" soll dazu beitragen, daß sich die Einrichtungen mehr als bisher als Dienstleistungsunternehmen sehen, ein eigenes Profil entwickeln und ihre MitarbeiterInnen gezielt qualifizieren. Und schließlich will das Leitbild "Neue Aufgaben" eine organisatorische Weiterentwicklung der BANUZentren zu Beratungs-, Dialog- und Mediationseinrichtungen bewirken. Für einige Einrichtungen sind diese Zielsetzungen, die stark im Zeichen der Agenda 21 stehen, sehr zu begrüßen, da sie eine Erweiterung des bisherigen stark naturbezogenen Bildungsansatzes bedeuten. Wünschenswert wäre u.a. auch eine intensivere Zusammenarbeit mit der ANU, die immerhin fast 300 Umweltbildungseinrichtungen in Deutschland vertritt und somit in Bezug auf Breitenwirkung mit Sicherheit mehr Menschen erreicht. Eine solcher Dialog wäre deswegen begrüßenswert, weil die BANUZentren die Brücke zu den Verwaltungen und Behörden der Länder darstellen, wogegen die ANU-Zentren eine intensive Auseinandersetzung mit Politik und lokalem Geschehen sowie ein kreatives Potential für neue Ansätze im Umweltbildungsbereich bieten.

Nächster Artikel: Erfolgreiche ANU-Jahrestagung in Gut Sunder