Forever young: Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN)

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ökopädNEWS
Mai 1998
Ausgabe Nr. 084

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Titelstory

Forever young: Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN)


Der DJN ist ein Zusammenschluß junger Leute von 12 bis 25 Jahren, die gemeinsam Tierund Pflanzenarten kennenlernen und schützen wollen und sich auch umweltpolitisch engagieren. Einmal im Jahr werden alle dann 25 Jahre alten Mitglieder konsequent verabschiedet, weshalb es keinen "Erwachsenenverein" zum DJN gibt. Allerdings bleiben viele "Ehemalige" dem Verein als "Förderer" ihr Leben lang treu. Der DJN wurde 1950 gegründet und finanziert sich hauptsächlich durch Förderspenden, Verkauf eigener Veröffentlichungen und Zuschüssen öffentlicher Stellen. Er verfügte nie über mehr als "nur" einige hundert Mitglieder, die sich selbst verwalten und ausschließlich unentgeltlich arbeiten. In Ortsgruppen, die es in bestimmten Gegenden gibt, treffen sich alle Mitglieder zu naturkundlichen Vorträgen, werten Exkursionsergebnisse aus oder diskutieren Umweltfragen und lokale Naturschutzprojekte. Einzelmitglieder und Ortsgruppen sind bundesweit zu Distrikten zusammengefaßt. Sie organisieren Wochenendseminare sowie Pfingstund Herbstferienlager. Die Arbeit vor Ort besteht vor allem darin, gleichaltrige Jugendliche für die Natur zu begeistern und gemeinsam praktische Untersuchungen in der Natur durchzuführen. So werden z.B. Tier- und Pflanzenarten in gefährdeten Lebensräumen bestimmt, Hochmoore renaturiert, Trockenrasen für eine möglichst große Artenvielfalt entbuscht usw.
Der DJN ist Mitglied im "YEE" (Youth and Environment Europe) und führt auch internationale Camps in Deutschland oder im Ausland durch. Behandelt werden Themen wie Schutz der Meere, Waldsterben, Verkehr, Energiepolitik, aber auch Rechtsextremismus, Fremdenhaß, Alkohol und Drogen, Politik und Gleichberechtigung usw. Daneben werden polnische Lieder und rumänische Tänze gelernt, Hängematten geknüpft, Sterne geguckt, Theater gespielt, gekocht, gegessen, abgewaschen, gelacht und gefeiert. Im Winter zwischen Weihnachten und Neujahr findet in einem gemieteten Schulgebäude ein internationales Winterseminar mit über 100 Teilnehmern statt. In der Woche vor Ostern veranstaltet der DJN alljährlich eine "Kongreß" mit Arbeitsgruppen zur organisatorischen Vereinsarbeit und zur Vorbereitung der Jahreshauptversammlung. Am Ostersonntag wird der neue Vorstand für ein Jahr gewählt.
Verbandsorgan und Mitgliederzeitschrift ist die "Lupe", die sechsmal im Jahr erscheint und Informationen zu Veranstaltungen, Artikel zu Umweltfragen, Naturtips sowie Berichte aus den Ortsgrupen enthält. Daneben gibt es halbjährlich die "Naturkundlichen Beiträge" mit mehr wissenschaftlichen Berichten aus den Ortsgruppen und Lagern. Im Laufe der Zeit haben Mitglieder hervorragende Bestimmungsschlüssel entwickelt, mit denen Farne, Insekten, Schnecken oder Säugetiere bestimmt werden können. In Hamburg steht die Bundesunterkunft, ein selbst renoviertes Häuschen. Hier treffen sich Mitglieder regelmäßig, beantworten die Post, verwalten die Materialien, erstellen Veranstaltungsprogramme und verschicken kostenlose Ansichtsexemplare der "Lupe" und der "Naturkundlichen Beiträge". Auch die Bestimmungsschlüssel können hier bestellt werden (s. Adresse unten). Ein besonderer Service des DJN ist die "Praktikastellenliste im Umwelt- und Naturschutz", die jungen Leuten die Suche erleichtern soll und über 300 beschriebene Einsatzstellen beinhaltet. Gegen DM 6,50 in Briefmarken gibt es die Liste sowie weitere Informationen beim:

DJN Justus-Strandes-Weg 14, 22337 Hamburg, Tel: 040 / 506764

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