Umweltbildung: Qualifikationen für den Arbeitsmarkt

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ökopädNEWS
Oktober 1999
Ausgabe Nr. 099

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Titelstory

Umweltbildung: Qualifikationen für den Arbeitsmarkt


Fast vier Millionen Arbeitslose sind in Deutschland offiziell registriert. An Arbeit mangeit es nicht - schon gar nicht im Bereich des Umweltschutzes. Sie bleibt jedoch aufgrund mangelnder Qualifkation und vor allem schrumpfenden Budegets unverrichtet. Welchen Einfluss der Umweltschutz auf den Arbeitsmarkt hat, ist daher eher eine Frage der politischen Weichenstellungen. Für den/die Einzelne(n) aber ist eine fundierte Ausoder Weiterbildung der beste Wegzu einer Beschäftigung im Ökologie-Sektor.

Etwa eine Millionen Menschen sind im Umweltschutz beschäftigt; mehr als die Hälfte davon im Dienstleistungssektor. Es gibt heute fast keinen Beruf mehr, der nicht mit Fragen des Umweltschutzes konfrontiert ist. Ob Biologielaborant, Feuerwehrmann, Landwirt, Schornsteinfeger oder Kraftfahrzeugmechaniker, für alle Berufe ist auch eine ökologische Qualifikation nötig. Häufig sind Spezialkenntnisse unabdingbar und bestimmen die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten des Arbeitnehmers. Das Umweltbundesamt nennt in seinem 1997 vorgelegten Bericht ,,Nachhaltiges Deutschland -Wege zu einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung" vier zentrale Bereiche: Energienutzung, Mobilität, Nahrungsmittel-Produktion und Textilien. Neben dem Aufspüren von Einsparpotenzialen bei Rohstoffen und Energie sowie der Verringerung der Umweltbelastungen sind aber auch gleichzeitig bewusstseinsbildende Maßnahmen zur Veränderung des Konsumverhaltens, sowie der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nötig, die beim einzelnen Menschen ansetzen.
Qualifikationen. Angeboten wird inzwischen eine Fülle an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die Grundlage für eine Qualifizierung von Mitarbeitern, aber auch Chancen für Neu- und Quereinsteiger sein können. Neue Berufe wie etwa "Mediator/in", ,,Geprüfte/r Naturund Landschaftspfleger/in" oder "Mobilitätsberafer/in" entstehen, Aufbauund Zusatzstudiengänge an vielen Hochschulen ermöglichen weiterführende Qualifikationen und auch viele Umwelt-Zentren bieten berufsbegleitende Fortbildungskurse an.
Beratung. Hilfen auf der Suche nach Informationen bieten neben den Arbeitsämtern auch verschiedene staatliche oder private Institutionen, etwa das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit. Seit 1992 veröffentlicht das IAB alle zwei Jahre die lnformationsmappe "Umweltschutz in Ausbildung, Beruf und Beschäftigung", die relevante Literatur (v.a. Instrumentarien der Umweltpolitik und der Agenda zi), wichtige Forschungsprojekte zum Bereich Umweltschutz und AusbiIdung/Beruf/Arbeit/Beschäftigung.
Stellensuche. Für Stellensuchende empfiehlt sich der Wissenschaftsladen Bonn, der zwei lnformationsdienste herausgibt. Sie enthalten neben einer MarktÜbersicht mit mehreren hundert Stellenangeboten der vorhergegangenen Woche auch einführende Aufsätze sowie viele nützliche Adressen. ,,Arbeitsmarkt Umweltschutz" ist gegliedert in technischen Umweltschutz, Planung und Verwaltung, Forschung und Lehre an Hochschulen sowie Umweltberatung/Umweltbildung/Umweltinformation. ,,Arbeitsmarkt Bildung/Kultur & Sozialwesen" führt Angebote auf aus den Bereichen Journalismus, Schulen, Aus- und Weiterbildung, Tourismus, Wissenschaft und so weiter. Diese Ausgabe von ÖkopädNEWS stellt einige Weiterbildungsangebote vor, weitere finden Sie im lnternet unter http://www.umweltbildung.de. (jfs)

"Arbeitgeber Umweltschutz", kostenlose 40-seitige Broschüre, 1998, UBA, Pf. 330022, D-14191 Berlin, Fax ++49/(0)30/89032285, http://www.umweltbundesamt.de. + lnformationsrnappe "Umweltschutz in Ausbildung, Beruf und Beschäftigung- Dokumentation i997-i998", Ca. 280 S., 30/20 Mark für Ergänzungen im Abonnement, IAB, Dr. Gerlinde Peemüller, c/o Landesarbeitsamt, Regensburger Str. 100, D-90328 Nürnberg, Fax++49/(0)9ii/i79ii47, http://www.iab.de; + lnformationsdienste "Arbeitsmarkt Umweltschutz'' und "Arbeitsmarkt Bildung/Kultur & Sozialwesen", 25 Mark für 4 Ausgaben, 3 Monate Mindestbezugszeit, Wissenschaftsladen Bonn e.V., Buschstr. 85, D-53113 Bonn, Fax ++49/(0)228/26 52 87. http://www.wilabonn.de

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