Bildung für Nachhaltigkeit - Umweltzentren vor neuen Aufgaben

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ökopädNEWS
Juni 2000
Ausgabe Nr. 107

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Titelstory

Bildung für Nachhaltigkeit - Umweltzentren vor neuen Aufgaben


Das Projekt ANU 2000 unterstützt Umweltzentren bei der Integration einer Bildung für Nachhaltigkeit in die umweltpädagogische Arbeit.

ANU 2000 heißt die neueste Serviceidee der deutschen Arbeitsgemeinschaft Naturund Umweltbildung e.V. (ANU). Dabei versteht sich ANU 2000 als Qualifizierungsund Beratungsprojekt für Umweltzentren, um die vielfältigen Möglichkeiten einer "Bildung für Nachhaltigkeit" in die umweltpädagogische Praxis einzubinden. Zentrale Projekttätigkeit wird die Information und "Vor-Ort"-Beratung der Umweltzentren über Ideen, Konzepte und Projekte nachhaltiger Bildungsarbeit sein. Es sollen möglichst viele Umweltzentren bei der Qualifizierung und Weiterentwicklung ihrer Bildungsangebote im Sinne der Nachhaltigkeit unterstützt werden. Das Projekt wird vom Umweltbundesamt für die Dauer von knapp drei Jahren gefördert.

Informations- und Beratungsangebote

Auch für eine Bildung für Nachhaltigkeit gilt die alte Regel, dass nicht jeder das Rad neu zu erfinden braucht. Zentraler Beratungsschwerpunkt wird deshalb die Recherche und Verbreitung beispielhafter Projekte als Anregung für die umweltpädagogische Arbeit der Umweltzentren sein. Die Projektmitarbeiter werden möglichst viele Umweltzentren vor Ort besuchen, um sich mit den umweltpädagogischen Mitarbeitern und der Zentrumsleitung über Konzepte und Umsetzungsmöglichkeiten zu informieren.
Je nach Interesse können hierbei Projekte zu verschiedensten Nachhaltigkeitsthemen wie Ernährung und Gesundheit, fairer Handel, regenerative Energienutzung und umweltverträgliche Technologien, Müllvermeidung, Kindermitbestimmung, Lebensstile vorgestellt werden.
Unter Berücksichtigung einer verstärkten Handlungsorientierung und Wertebildung soll zudem aufgezeigt werden, wie die Reflexion der eigenen Lebensgewohnheiten und kultureller Identitäten, die Einbeziehung globaler Zusammenhänge und die Partizipation an Planungs- und Entscheidungsprozessen zu festen Bestandteilen der umweltpädagogischen Arbeit werden können.

Erfahrungsaustausch und Kommunikation

Daneben gilt es, für das Projekt auch die Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen den Umweltzentren zu erweitern. Mithilfe der Internetplattform werden den Umweltzentren laufend aktuelle Informationen angeboten. Der Austausch und die Kooperation zwischen den Umweltzentren werden zudem durch regionale und bundesweite Tagungen ermöglicht. Auf der ersten Jahrestagung des Projektes (27.-29. Oktober 2000 in Nettersheim) wird das Thema "Naturerfahrung als Baustein einer Bildung für Nachhaltigkeit" im Mittelpunkt stehen.
Schließlich geht es dem Projekt auch um die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen. Im Zuge einer flankierenden Öffentlichkeitsarbeit werden deshalb mit Multiplikatoren, Entscheidungsträgern und Politikern die Potenziale der Umweltzentren und unterstützende Maßnahmen kommuniziert.

Regionale Schwerpunkte

Als zentrale Kooperationspartner in den Bundesländern fungieren zunächst die Landesverbände der ANU. Um die Beratungstätigkeiten zu bündeln, werden jährlich einige Bundesländer als Schwerpunktgebiete bereist. Für das Jahr 2000 sind bereits Hessen und Nordrhein-Westfalen als zentrale Tätigkeitsgebiete des Projektes ausgewählt.
Umweltzentren, die sich für das Thema Bildung für Nachhaltigkeit interessieren und gerne Projekte aus diesem Bereich kennen lernen wollen, sind eingeladen, mit dem Projekt Gesprächstermine und Themenschwerpunkte abzustimmen.
Ab August 2000 wird das Projektteam die Beratungstätigkeiten aufnehmen und die Umweltzentren besuchen. Zentrale Schwerpunkte der Beratungsgespräche werden zunächst der derzeitige Stand der Umweltbildung, mögliche neue Themenfelder und Projekte und die didaktische Gestaltung der Unterrichtseinheiten im Hinblick auf eine Bildung für Nachhaltigkeit sein.
Bei Bedarf können für eine beschränkte Anzahl von Umweltbildungszentren auch weitergehende Beratungsangebote, z.B. moderierte Workshops zu bestimmten Themen oder eine umfassendere Programmgestaltung, angeboten werden.

Christian Straßer

ANU 2000, c/o NaturGut Ophoven, Talstrasse 4, D-51379 Leverkusen, Fon ++49/(0)2171/7349929, Fax 30944, E-Mail info(at)anu2000.de, www.anu2000.de

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