Was lesen? - Der Blätterwald der Umweltbildung

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ökopädNEWS
Februar 2001
Ausgabe Nr. 114

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Titelstory

Was lesen? - Der Blätterwald der Umweltbildung


Blickt man zum Zeitungskiosk, wird man schier erschlagen von der Vielfalt des Angebots an Printmedien. Publikationen mit umweltpädagogischen Inhalten sind dort allerdings nur selten zu finden, der Verkauf findet meist über Abonnements statt. Die Gesamtauflagen überschreiten selten die Fünftausender-Marke - und das bei überregionalem Vertrieb. Nach dem klanglosen Untergang der Zeitschrift "Umwelt lernen" vor acht Jahren gab es keine übergreifende Umweltbildungszeitschrift in Deutschland mehr. Nun ist ein neuer Stern aufgetaucht, der eine größere Zielgruppe ansprechen will und etwas Schwung in die Szene bringen könnte: "21" heißt das junge Kind und möchte "Das Leben gestalten lernen".

Die Bund-Länder-Kommission (BLK) finanziert für die nächsten fünf Jahre die Zeitschrift "21" im Rahmen ihres gleichnamigen Programms "21". Durch das Programm, an dem sich derzeit rund 180 Schulen beteiligen, sollen Konzepte, Modelle und Verbreitungsmöglichkeiten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erprobt werden. Mit Professor Gerhard de Haan, der die Koordinierungsstelle des Projekts "21" leitet, wurde ein Herausgeber gefunden, der schon in den Achtzigerjahren mit seiner damaligen Zeitschrift "ökopäd" Maßstäbe setzte. Pro Jahr wird es vier Hefte mit Themenschwerpunkt geben, gegliedert in Beispiele einer "Guten Praxis", neue Materialien und Hintergrundinformationen, wie Studien oder Theoriebeiträge. Die "Nullnummer" vom September letzten Jahres behandelte das Thema "Mobilität und Stillstand". Sie bietet pfiffige Beispiele, interessante Informationen und ist auch grafisch gelungen. Als Themen im laufenden Jahr sind: Agenda 21, Ernährung und Gesundheit, Globales Lernen und Nachhaltige Schülerfirmen geplant. Ein Magazin, das Spaß macht und sich mit neuen Themen auseinander setzt. Wir wünschen auch dem ökom-Verlag dabei viel Erfolg.

Zukunft lesen

Es gibt noch weitere für UmweltpädagogInnen durchaus geeignete Zeitschriften. Da wäre zunächst "Zukünfte - Zeitschrift für Zukunftsgestaltung und vernetztes Denken". Viermal pro Jahr zeigt sie Visionen einer möglichen Zukunft auf - mal als Horror- Fiction, mal als wissenschaftliche Studie. Bildung und Agenda 21 sind häufige Themen. So erschien im Sommer 1999 das Schwerpunktheft Nr. 29 "Zukunft der Bildung im multimedialen Zeitalter", das Heft danach enthält ein Trendszenario "Unternehmen Schule" im Jahr 2015 sowie Visionen über die Situation der Jugendlichen in den Jahren 2009 und 2500. Wer positive Leitbilder für die Zukunft und Möglichkeiten ihrer Umsetzung mit den Bürgern sucht, wird hier gut bedient.

Weltweites Schulnetz

Wer lieber auf der Erde bleiben, aber den globalen Blick nicht verlieren möchte, sollte "forum - unesco-projekt-schulen" lesen. Die Vierteljahreszeitschrift der deutschen UNESCO-Kommission in Bonn berichtet aus dem UNESCO-Schulnetz, das 1953 gegründet wurde und inzwischen auf etwa 6.400 Schulen weltweit angewachsen ist. Heft 3/2000 berichtet über den dritten weltweiten Projekttag der Solidarität, der unter dem Motto "Nachhaltige Entwicklung - Wege zu einer Kultur des Friedens" konkrete Projekte aus Bosnien und Deutschland vorstellt. So wird Globales Lernen nicht zur Worthülse, sondern durch viele Aktionen zu einem gelebten Stück Alltag. Die Themen für 2001 lauten: Dialog zwischen den Kulturen, Länderspiegel, unesco-Projekt-Schulen gestalten Schule und globales Lernen.

International in deutscher Sprache

Aus Österreich kommt viermal pro Jahr die sehr empfehlenswerte Zeitschrift "umwelt & bildung". Erstmals erschien 1989 das Heft unter dem Namen "Umwelterziehung". Heute ist die Publikation ein Medium, in dem alle namhaften deutschen und deutschsprachigen Umweltbildungs-"Weisen" publizieren. Mit Förderung durch die Ministerien für Umwelt und Bildung werden Schwerpunktthemen aufbereitet und optisch gut präsentiert. Die Themenpalette reicht von Natur über Berufsausbildung bis zu Senioren und Networking. Heft 3/00 behandelt zum Beispiel die Beziehung zwischen Mensch und Tier - in Zeiten von BSE ein überaus aktuelles Thema. Die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung bietet mit ihren "DGU Nachrichten" über Vereinsinternas hinweg zweimal pro Jahr lesenswerte Hefte zu verschiedenen umweltpädagogischen Schwerpunkten. Die Hefte 21 "Multimedia" und 22 "Globales Lernen" liegen nah am Puls der öffentlichen Diskussionen und beinhalten neben guten Tagungsdokumentationen und wissenschaftlichen Beiträgen auch viele Rezensionen. Das Layout ist allerdings verbesserungswürdig und ohne Grafiken oder Fotos sehr "trocken". Die Schweiz gibt sich mit "UmweltBildungINFO" auf zehn Seiten recht bescheiden, dafür aber in zwei Sprachen: deutsch und französisch. Das Publikationsorgan der Stiftung Umweltbildung Schweiz (SUB/FEE) erscheint drei- bis viermal jährlich. Das Info Nr. 13 bietet mit dem Thema Partnerschaft und Zusammenarbeit einen Querschnitt aus der Schweizer Umweltbildungsszene (von Greenpeace über Silviva bis zum World Wide Fond for Nature), daneben Hinweise zur Agenda 21, Veranstaltungen und Materialien. Sogar eine Sprache mehr bietet die Zeitschrift "euroeko": Sie erscheint in deutsch, polnisch und tschechisch - jeweils als Extra-Ausgabe. Die Internationale Gesellschaft für Umwelterziehung und Umweltaufklärung möchte damit eine Brücke nach Mittelosteuropa schlagen und stellt regelmäßig Initiativen und Projekte aus diesen Ländern vor. Mitfinanziert durch die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit leistet die Zeitschrift Wegweisendes und zugleich einen unverzichtbaren Beitrag für eine Zusammenarbeit im zukünftigen Europa. (jfs)

Bezugsquellen 21: Abonnement oder kostenloses Probeheft unter: www.oekom.de/verlag/german/periodika/21/index.htm oder bei BLK-Koordinierungsstelle, Prof. de Haan, FU, Arnimallee 9, D-14195 Berlin, Fon ++49/(0)30/83852515, Fax 83875494, EMail info(at)blk21.de, www.blk.de

Zukünfte: Sekretariat für Zukunftsforschung, Munscheidstr. 14, D-45886 Gelsenkirchen, Fon ++49/(0)209/167-2800, Fax -2801, E-Mail zukuenfte(at)sfz.wipage.de, www.zukuenfte.de

Forum: UNESCO-Kommission, Postfach 120360, D-53045 Bonn, Fon ++49/(0)228/22834-30, Fax -55, E-Mail coord(at)asp.unesco.de, www.asp.unesco.de

umwelt & bildung: forum umwelt & bildung, Alser Str. 21, A-1080 Wien, Fon ++43/(0)1/40247-01, Fax -05, E-Mail forum(at)umweltbildung.at, www.umweltbildung.at

DGUNachrichten: DGU, Ulmenstr. 10, D-22299 Hamburg, Fon ++49/(0)40/4106921, Fax 456129, EMail dgu(at)umwelterziehung.de, www.umwelterziehung.de

UmweltBildungINFO: SUB, Rehbergstr. 6, Ch-4800 Zofingen, Fon ++41/(0)62/7468120, Fax 7515870, E-Mail sub.zofingen(at)bluewin.ch, www.umweltbildung.ch
Euroeko: IGU, Steinstr. 21a, D-35390 Gießen, Fon ++49/(0)641/37973, Fax 34510, E-Mail IGU.Giessen(at)t-online.de

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