Wissens-Transfer. "European Reference Point" für Nachhaltigkeitskommunikation

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ökopädNEWS
April 2006
Ausgabe Nr. 169

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Titelthema

Wissens-Transfer. "European Reference Point" für Nachhaltigkeitskommunikation


Die "Europäische Anlaufstelle für Technologie-Transfer im Bereich nachhaltiger Entwicklung" ist eine Initiative von TuTech Innovation GmbH. TuTech bildet im Tandem mit der Hamburg Innovation GmbH und im Verbund mit allen Hamburger Hochschulen die zentrale Wissens- und Technologietransferstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die Anlaufstelle wird von Prof. Dr.Walter Leal (TuTech) geleitet.

Ziel des seit 2005 bestehenden European Reference Point (ERP) ist, nachhaltige Entwicklung in Europa zu fördern. Durch die zur Verfügung stehende Infrastruktur wird etwa der Technologie-Transfer unterstützt. Eine zentrale Aufgabe desERP ist, bei der Beantragung und Durchführung von Projekten zu beraten und zu unterstützen, außerdem werden Veranstaltungen organisiert. Thematische Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bauwesen, Küstenmanagement, Bildung und Training, Energieeinsparung und Umweltqualitätsmanagement. ERP unterstützt Behörden, Städte, Gemeinden, Unternehmen und NGOs.

Konferenz zur Nachhaltigkeitsforschung

Am 24. März 2006 organisierte der European Reference Point (ERP) im Veranstaltungszentrum der TuTech Innovation GmbH eine interdisziplinäre Konferenz zum Thema Nachhaltigkeitsforschung. Die Tagung bot den rund 50 teilnehmenden Wissenschaftlern die Möglichkeit, Erfahrungen und Informationen auszutauschen und langfristig ein interdisziplinäres Nachhaltigkeitsnetzwerk aufzubauen. Die Fachvorträge stammten unter anderem von Hans-Joachim Bode von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn und Susanne Dröge vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Günter Reuscher vom Technologiezentrum GmbH des Verbands der Deutschen Industrie präsentierte das Rahmenprogramm FONA des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.Die Konferenz wurde mit einleitenden Worten von Roland Salchow, Staatsrat der Hamburger Behörde für Wissenschaft und Gesundheit eröffnet. "In den letzten Jahrzehnten wenn nicht Jahrhunderten haben wir unsere natürlichen Ressourcen in großem Ausmaß übernutzt und zerstört", erklärte Leal den Hintergrund der Veranstaltung, "Nachhaltigkeit bedeutet hier, unsere Umwelt- und Entwicklungsinteressen in Einklang zu bringen." Dabei gehe es nicht einseitig um den Umweltschutz, vielmehr müsse der Austausch zwischen Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaftlern im Zentrum stehen, so Leal.

ERP Workshopreihe

Die Aktivitäten des ERP fangen schon bei Angeboten für Jugendliche an. In der Workshopreihe "Innovationen, Technologie und Nachhaltigkeit zum Anfassen" erfahren SchülerInnen, dass jeder Mensch jeden Tag etwas für eine lebenswerte Zukunft tun kann. Das Pilotprojekt anlässlich der UN-Weltdekade BNE kann von Schulklassen ab Klasse fünf im Verlauf des Jahres 2006 gebucht werden. Die Themen der verschiedenen Workshops sind: Essen, was gut tut!, Mein Haus der Zukunft, Making Waste Work und Natürlich schön! In dem Workshop "Natürlich schön!" geht es darum, bewusst zu machen, was man tut, um sich und anderen besser zu gefallen. Die SchülerInnen lernen, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen Farben und Duftstoffe einsetzen, um nicht übersehen zu werden. Dabei wird untersucht, welche Mittel benutzt werden und welche Substanzen darin enthalten sind. Die Schülergruppen diskutieren unter fachlicher Anleitung der Kursleiterin Heike Markus-Michalczyk über Probleme von Duft- und Wirkstoffen, Richtlinien, Labels und Tierversuchen. Am Ende wird Naturkosmetik tierversuchsfrei selbst hergestellt und mit nach Hause genommen. Heike Markus- Michalczyk: "Da es sich um eine einfache Rezeptur handelt, kann man sie auch zu Hause nachmachen und das Rezept nach persönlichen Vorlieben variieren". In Zusammenarbeit mit den United Nations wird der ERP im Juni 2006 einen Trainingskurs für LDC-Vertreter ("Less Developed Countries") durchführen. Ziel dieses mehrtägigen Kurses ist es, eine Nachhaltigkeitsdimension in Erziehungssysteme der betreffenden Länder einzuführen und dabei die Millenniumsziele und den Marrakesh-Prozess zu berücksichtigen.

Ausblick: Messe BNE in Hamburg

Vom 13. bis 15. September 2006 veranstaltet der ERP in den Hallen des Ausbildungszentrums in Hamburg-Steilshoop die "2. Messe zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung in Europa" (www.tutech.de/sd/messe). Ziel der Vortrags- und Ausstellungsveranstaltung ist ein europaweiter Erfahrungsaustausch,wie die UNECE-Strategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung umgesetzt wird und die Präsentation von "Good Practice"- Beispielen. Als internationale Partner haben unter anderem die United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) und die Foundation for Environmental Education (FEE) sowie zahlreiche europäische Hochschulen bereits zugesagt. Die Schirmherrschaft für die Messe und die Vortragsveranstaltungen hat die Hamburger Behörde für Bildung und Sport (BBS) übernommen. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Lehrer und Hochschulvertreter,Mitglieder von Regierungsorganisationen und NGOs.

[Jürgen Becker]

Kontakt: European Reference Point (ERP),Koordinator:

Prof.Dr.Walter Leal, Fon +49/40/7 66 29-63 41,

E-Mail sd@tutech.de, leal@tutech.de,

www.tutech.de/sd

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