Theorie und Hintergrund

Nachhaltige Entwicklung hat sich seit dem 1987 erschienenen „Brundtland-Bericht“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (als Übersetzung des engl. Begriffs sustainable development) zu einem wichtigen politischen Leitziel entwickelt. Wenn auch der Begriff erst 28 % der deutschen Bevölkerung bekannt ist, so stoßen doch seine Prinzipien, das zukunftsorientierte Agieren im Sinne sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Tragfähigkeit und ökonomischer Machbarkeit laut Umweltbewusstseinsstudie 2002 auf breite Zustimmung.

Eine Strategie der Umsetzung, einen „Fahrplan für das 21. Jahrhundert“, haben die Vereinten Nationen 1992 in Rio in den 40 Kapiteln der Agenda 21 niedergelegt. Zum ersten Mal haben damals die Staaten der Welt beschlossen, umwelt- und entwicklungspolitische Aufgaben in einer groß angelegten globalen Strategie gemeinsam anzupacken.

Seitdem sind vielerorts Initiativen und Programme gestartet: In Kommunen wurden Lokale Agenda 21 Prozesse initiiert, Unternehmen haben Nachhaltigkeit in ihr Leitbild aufgenommen, PolitikerInnen haben zahlreiche Dokumente verabschiedet. Dabei ist nicht immer erkennbar, dass sich nachhaltige Entwicklung als Handlungsprimat wirklich auch quer durch alle politischen Ressorts ziehen würde. Und so zeigt sich eine vor allem bei Akteuren von Nichtregierungsorganisationen aus Umwelt- und Entwicklungspolitik verbreitete Ungeduld angesichts bereits aktueller Klimaveränderung, ersten Verteilungskämpfen um Trinkwasser oder 1,2 Milliarden Menschen, die ohne ausreichende Nahrung, Gesundheitsversorgung oder gar Bildung unterhalb der Armutsschwelle von 1 $ täglich leben.

Neben den Steuerungen der Politik erfordert die Umsetzung der Agenda 21 außerdem einen Entwicklungsprozess, bei dem alle Bevölkerungsgruppen zu beteiligen sind und in dessen Verlauf ein Bewusstseinswandel und eine Veränderung der Lebens- und Wirtschaftsweise unabdingbar sind. Eine wesentliche fördernde Rolle kann und soll dabei die Bildung spielen.