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Wo Milch und Honig fließen

Am 15. August verstarb im Alter von 55 Jahren Caroline Fischer, die seit 1994 dem Vorstand der ANU Bayern angehörte und deren Impulse für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung deutschlandweit und international wirkten. Annette Dieckmann erinnert sich an die langjährige Wegbegleiterin: „Wo Milch und Honig fließen - kulturelle Sinnbilder führen Unruheständler zur lokalen Agenda 21“, war 2002 der Titel eines Artikels über die Arbeit von Caroline. Die Überschrift war typisch für ihre Veranstaltungen. Sie sprach Sinnbilder an, um die Phantasie für ein gutes Leben und nachhaltige Entwicklung zu beflügeln. Viele solcher Titel für Tagungsprogramme der ANU haben wir gemeinsam entworfen. Ihre Kreativität und unendlich scheinende Energie, in positiver und motivierender Art Dinge des Alltags mit der globalen Situation sowie Menschen miteinander zu verbinden - sie flossen reichlich und waren in der ANU hoch geschätzt.

Caroline Fischer war mir durch die achtjährige gemeinsame Vorstandstätigkeit in der ANU Bayern eng verbunden. Als Sonderheft der Politischen Ökologie haben wir 2002, fünf Jahre vor der BNE-Dekade, mit „Schnittmenge Mensch – Bildung für nachhaltige Entwicklung als neue Lernkultur" eine der ersten BNE-Publikationen mit Beispielen guter Praxis aus dem non-formalen Bereich gemeinsam herausgebracht. Caroline konzipierte mit uns die Tutzinger Bundestagung 2008 „Der Zukunft das Wasser reichen“. Als Freiberuflerin brachte sie einen Rahmenvertrag für Haftpflichtversicherungen der ANU-Mitglieder auf den Weg, von dem die Mitglieder heute bundesweit profitieren. 2015 entschied sich die ANU Bayern auf ihre Initiative hin für den Schwerpunkt der Umweltbildung mit Geflüchteten. Seitdem sind viele Projekte hierzu entstanden, auch auf Bundesebene der ANU. Zuletzt trafen wir uns beim Werkstatt-Treffen „ZusammenWachsen- Umweltbildung und BNE mit geflüchteten Menschen“ im April diesen Jahres, das sie für die ANU-Bayern leitete. Kurz darauf erfuhr sie von ihrer unheilbaren Krankheit. Wir trauern mit ihrem Mann und ihren drei Kindern und vielen WegbegleiterInnen. Carolines Ideen und Beispiele werden durch meine und unsere Arbeit weiter fließen.