Die UN-Dekade BNE in der ANU

Ausgabe direkt auswählen:

Suchen in allen Ausgaben:

ökopädNEWS
Oktober 2014: Die UN-Dekade BNE in der ANU
Ausgabe Nr. 254

Inhaltsverzeichnis | nächster Artikel

Titelthema: Die UN-Dekade BNE in der ANU

Die UN-Dekade BNE in der ANU


2014 endet die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die UN-Mitgliedstaaten hatten sie für die Jahre ab 2005 ausgerufen und sich dazu verpflichtet, nachhaltige Entwicklung in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auch die ANU, der Dachverband für außerschulische Umweltbildung, hat die Umsetzung in Deutschland maßgeblich vorangebracht.

2005 konnte die ANU auf langjährigen Erfahrungen aufbauen: Kriterien für „Umweltzentren der Zukunft“ waren bereits entwickelt und eine umfangreiche BNE-Beispielsammlung war veröffentlicht worden. Der Fokus der ANU lag darauf, Kontakte zu Akteuren anderer Bereiche zu vertiefen, die BNE-Ansätze weiterzuentwickeln und die Medienarbeit zu BNE zu intensivieren. Die Koordination der Deutschen UNESCO- Kommission (DUK) und finanzielle Förderung von Staat und Privatwirtschaft haben diese Aktivitäten unterstützt. Durch Mittel des Bundesumweltministeriums konnte die ANU sich durch hauptamtliches Personal mit weiteren Akteuren vernetzen, im Nationalkomitee mitarbeiten und die Jahresthemen fachlich bearbeiten. Es folgten Publikationen im ANU-Mediennetzwerk und bundesweite Fachtagungen zu den Themen BNE und Biologische Vielfalt, Energie, Ernährung/Landwirtschaft, Wasser, Klima und Geld. Über 160 Projekte von ANU-Mitgliedern wurden als offizielle Dekade-Projekte ausgezeichnet. ANU-Landesverbände beteiligten sich an Zertifizierungsverfahren für BNE-Anbieter wie beim NUN-Zertifikat für BNE des Verbunds Norddeutscher Länder.

Kontakte zum Globalen lernen gefestigt

Ein wichtiges Ergebnis der Gremienarbeit war der in der AG Außerschulische Bildung gefestigte Kontakt zu den KollegInnen des Globalen Lernens. Hier wurde 2006 gemeinsam mit acht Partnern die Tagung „Wie wär ́s mit uns? - Umweltbildung und Globales Lernen – die Kooperation der Zukunft!“ initiiert. In den folgenden drei Jahren fanden ein jährlicher „utopischer Diskurs“ und regionale Kooperationen von Akteuren aus Umweltbildung und Globalem Lernen statt.

Leuchtpol setzte Meilenstein für BNE in der Elementarbildung

2007 wurde der Energiekonzern E.ON auf die ANU als mögliche Partnerin für BNE aufmerksam und förderte das Großprojekt Leuchtpol der gleichnamigen ANU-Tochtergesellschaft. Die durch die UNESCO gestärkte politische Bedeutung der BNE und die Feststellung des Deutschen Bundestags, dass im Bereich der Elementarbildung noch Nachholbedarf besteht, waren wegbereitend für die Zusammenarbeit der beiden ungleichen Partner. Zwischen 2009 und 2012 erreichten Leuchtpol-Intensiv-Fortbildungen rund zehn Prozent der deutschen Kitas und BNE wurde in Bildungspläne und die Ausbildung von ErzieherInnen eingegliedert. Die Begleitforschung der Leuphana-Universität Lüneburg bestätigte, dass BNE als Bildungskonzept bereits für Drei- bis Sechsjährige geeignet ist und ErzieherInnen als wichtige „Change Agents“ einer Transformation zur Nachhaltigkeit wirken können.

Biologische Vielfalt als Nachhaltigkeitsthema

Das Interesse der Bevölkerung an der Natur bietet Potenzial, die Idee nachhaltiger Entwicklung zu verbreiten. Ausgezeichnete BNE-Projekte zu biologischer Vielfalt zei- gen, wie Aspekte globaler Gerechtigkeit etwa bei dem Thema Saatgut behandelt werden können. Entsprechende Publikationen der ANU NRW und eine unter der Mitarbeit der ANU erstellte Broschüre der AG Biologische Vielfalt wurden veröffentlicht. Im Oktober wird das Dialogforum „Biologische Vielfalt und BNE“ eine weitere Bilanz über den Umsetzungsprozess der nationalen Strategie zum Erhalt biologischer Vielfalt ziehen und sich auch mit Perspektiven über 2014 hinaus beschäftigen.

Unter dem Motto „Vom Projekt zur Struktur“ hat das BNE-Nationalkomitee der DUK eine Zukunftsstrategie veröffentlicht, deren Vorschläge ab 2015 in einem Folgeprogramm umgesetzt werden sollen. In diesen Tagen wird die UN-Vollversammlung über die Ausrufung eines Weltaktionsprogramms BNE entscheiden. Geplant sind konkrete Handlungsfelder, darunter die Aus- und Weiterbildung von Lehrenden, die Förderung der BNE bei jungen Menschen und der Ausbau lokaler Kooperationen. Diese Felder passen auch für die Weiterentwicklung der außerschulischen BNE in Deutschland gut. Die BNE-Weltkonferenz in Japan im November wird die Planungen konkretisieren und auch die Botschaft der Nationalen Konferenzen aufnehmen.

Für ein erfolgreiches Weltaktionsprogramm BNE in Deutschland müssen aus unserer Sicht konkrete nachprüfbare Ziele unter Beteiligung der Zivilgesellschaft festgelegt werden. Dass sich eine stärkere interministerielle Zusammenarbeit auf Bundesebene andeutet und der Bundestag die Bereitstellung von Mitteln beschlossen hat, begrüßen wir. Für Bildungsanbieter wie die ANU ist ein besser aufeinander bezogenes Vorgehen von Bund und Ländern unbedingt wünschenswert. Die ANU nimmt an den Planungen und Diskussionen teil. Auch ab 2015 wollen wir BNE-Modellprojekte initiieren. Genauso wichtig ist uns aber der gemeinsame Einsatz für eine verbesserte strukturelle Verankerung und flächendeckende Vervielfältigung bereits erfolgreicher BNE-Projekte.

Annette Dieckmann
Vorsitzende ANU Bundesverband

www.umweltbildung.de

Nächster Artikel: Aktionsplan zur UN-Dekade verankert BNE in Bayern