Ausländerfeindlichkeit durch Unterricht

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ökopädNEWS
Januar 1994
Ausgabe Nr. 032

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Rezensionen

Ausländerfeindlichkeit durch Unterricht


Hans Göpfert
Ausländerfeindlichkeit durch Unterricht
Schwann Verlag, Düsseldorf, 1985

Wie wichtig das ständige Bemühen um gegenseitges Verstehen und interkulturelles Lernen ist, zeigt auf tragisch-aktuelle Weise dieses Buch von Göpfert. Gerade die Gewalt, die heute stärker den je von rechten Jugendlichen in Schule und Stadtteil an ausländischen Kindern verübt wird, ist ein Signal, daß im Unterricht das Thema Ausländerfeindlichkeit noch nicht aufgearbeitet, geschweige denn integriert wurde. Im Gegenteil - und Göpfert belegt dies anhand der Fächer Geschichte, Sozialkunde und Religion - enthalten viele Lehrpläne, die sich seit dem Zuzug von Millionen von Ausländern kaum verändert haben, noch jede Menge nationaler Egozentrik und Gruppeninteressen. Wie wichtig eine Fortschreibung dieses Buches wäre, belegen die großen Probleme, die multikulturelle Ansätze in der Praxis haben. Das Sammeln für Bosnien in der Schule allein ist noch lange kein Akt der Fremdenfreundlichkeit, sondern vielmehr Mitleid der Reichen. Nötig wären demonstrative und praktische Akte der Freundschaft und Verbundenheit mit unseren ausländischen Mitbürgern auch aus einer Position der Schwäche heraus, z.B. durch Bekämpfung der einflußreichen Ideologien und Mächte (Politiker, Kirchen, Verwaltungen usw.) unseres Staates, sobald sie die Schule als ideologische Interessensphäre mißbrauchen wollen.